Hohn & Spott für ManUnited | Tabubruch bei Chelsea
Während Manchester United trotz der teuren Neuzugänge immer tiefer in die Krise rutscht, will der FC Chelsea mit einer jahrzehntealten Regel brechen. Die FT-Presseschau am Donnerstag.

Neuer Tiefpunkt mit fliegenden Fischen
Der Verfall von Manchester United nahm in der jüngeren Vergangenheit einen dramatischen Zustand an. Doch glaubten viele Fans der Red Devils, dass die Talsohle mit den neuen Toptransfers durchschritten ist, so wurden sie am gestrigen Abend einmal mehr enttäuscht. „United erreicht neuen Tiefpunkt“, titelt der ‚Mirror‘: „Die Mannschaft von Rúben Amorim erleidet eine demütigende Niederlage im Carabao Cup gegen Grimsby Town aus der League Two.“ Mit 13:14 musste sich der englische Rekordmeister dem Viertligisten aus dem kleinen Fischerort geschlagengeben, deren Fans den Abend ihres Lebens genossen. „Sie verspotteten Manchester United von den Tribünen aus und warfen ihnen aufblasbare Schellfische zu. Sie schwelgten in der jüngsten Demütigung dieses einst so großen Fußballklubs und feierten eine berühmte Nacht für Grimsby Town“, berichtet die ‚Daily Mail‘.
„Die Grimsby-Fans konnten kaum glauben, was sie sahen. Aus den unbeschwerten Gesängen ‚we only sing when we’re fishing’‘ wurde ein Chor von ‚Amorim, you will be sacked in the morning’, während der Trainer in einem Zustand völliger Ungläubigkeit in der technischen Zone auf und ab ging.“ Der Portugiese scheint derweil mit der Aufgabe, den ehemaligen Topklub wieder auf Vordermann zu bringen, überfordert und steht im Kreuzfeuer der Kritik, da er die komplette Verlängerung in der Kabine verbrachte und während der 26 Elfmeter bis zur Entscheidung sein Gesicht in den Händen vergrub und nicht zusehen wollte. „Die schmerzhafte Wahrheit für United und seine leidenden Fans ist, dass Grimsby den Sieg verdient hat. Eine Mannschaft, die so weit von United entfernt ist, dass die beiden Vereine vor diesem Spiel 77 Jahre lang nicht aufeinandergetroffen waren“, so die ‚Daily Mail‘.
Rivalität vs. Finanznot
Der FC Chelsea muss weiter dringend Einnahmen erzielen, um kurz vor Transferschluss noch den ein oder anderen Star an Land ziehen zu können. Bereits seit Wochen ist sich der Verein grundlegend mit Xavi Simons (22) von RB Leipzig einig, kann sich die Ablöse für den Spielmacher aber gegenwärtig nicht leisten. Da die Zeit knapp wird, sollen bei den Blues alle möglichen Maßnahmen ausgeschöpft werden, um Geld in die Kassen zu spülen. „Chelsea ist sogar bereit, eine eiserne Transferregel nach über zwei Jahrzehnten zu brechen“, berichtet die ‚Sun‘.
Zwar konnten die Londoner unlängst mit den Verkäufen von Carney Chukwuemeka (21) an Borussia Dortmund und Renato Veiga (22) zum FC Villarreal noch einmal nette Ablösen generieren, doch es reicht noch nicht für Xavi und Co. Zudem quillt der Kader mit 33 Spielern weiterhin über. Die Lösung: „Chelsea ist bereit, seine langjährige Transferpolitik zu brechen und erwägt den Verkauf von Spielern an Tottenham Hotspur“, so die Boulevardzeitung. Seit 2001 hat Chelsea keinen Spieler mehr an den verhassten Lokalrivalen verkauft. Damals wechselte Mittelfeldspieler Gustavo Poyet für 3,4 Millionen Euro zu den Spurs.
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