FT-Kurve Weltmeisterschaft

Schweres Erbe: Wird er der neue Messi?

Es ist die wohl schwerste Aufgabe, die je ein Spieler im Weltfußball bewältigen musste: Wer wird der Nachfolger von Lionel Messi in der argentinischen Nationalmannschaft?

von Martin Schmitz - Quelle: The Athletic
2 min.
Lionel Messi bei der Weltmeisterschaft 2026 @Maxppp

Die argentinische Nationalmannschaft steht vor einer Zäsur. Nach 21 Jahren beendete Lionel Messi, der wohl beste Fußballer aller Zeiten, Ende August seine Karriere im Trikot der Albiceleste. Die Lücke, die der 39-Jährige hinterlässt, könnte nicht größer sein. Doch es muss weitergehen, wie es auch nach dem Abschied von Diego Maradona Mitte der 90er-Jahre weitergehen musste.

Unter der Anzeige geht's weiter

Spielerisch einen Erben für La Pulga zu finden, wird kaum möglich sein. Die argentinische Nationalmannschaft muss – mit oder ohne Trainer Lionel Scaloni, der vom argentinischen Verband zum Weitermachen überredet werden soll – die Verantwortung auf mehrere Schultern aufteilen. Weg vom zentral auf Messi ausgelegten System hin zu einer breiteren Spielidee in der Offensive.

Doch zwei fast ebenso wichtige Entscheidungen mit Signalwirkung müssen ebenfalls getroffen werden. Und das schon bald. Am Mittowch (22 Uhr) steht das erste Testspiel gegen Bolivien an. Wer erhält das prestigeträchtige Trikot mit der Nummer zehn und wer beerbt Messi als Kapitän des dreifachen Weltmeisters? Fragen, die im fußballverrückten Argentinien hochpolitisch und emotional aufgeladen sind.

Unter der Anzeige geht's weiter

Verschiedenen Medienberichten zufolge soll Raubein Cristian Romero (28/Atlético Madrid) nach dem Abschied des achtfachen Weltfußballers und dem Rücktritt des anderen Oldies Nicolás Otamendi (38/River Plate) das Amt des Spielführers übernehmen. Romero war zwar bereits bei der Weltmeisterschaft dritter Kapitän, doch für Begeisterungsstürme sorgt das in seinem Heimatland nicht.

Wie wird die argentinische Nationalmannschaft den Abgang von Lionel Messi verkraften?
Bild wird erstellt

Größeres Augenmerk wird darauf gerichtet, wer das legendäre weiß-blaue Trikot mit der Zehn übernimmt. Das Leibchen, in dem Messi die meisten seiner 207 Länderspiele bestritten hat, in denen er 125 Tore schoss und 68 Vorlagen gab.

Unter der Anzeige geht's weiter

Nach der Bekanntgabe von Messis Karriereende in der Nationalmannschaft wurden in Argentinien viele Stimmen laut, das Jersey aus dem Verkehr zu ziehen. Doch das erlauben die Richtlinien der FIFA nicht. Es muss immer einen Zehner geben. Während auch über ein Wechselmodell mit verschiedenen Trägern nachgedacht wird, gibt es aktuell einen klaren Kandidaten.

‚The Athletic‘ berichtet: „Der 22-jährige Mittelfeldspieler Nico Paz von Como 1907 ist der Favorit. Paz ist ein aufstrebender Kreativspieler, der im vergangenen Sommer nur sporadisch für Argentinien zum Einsatz kam. Er ist ein talentierter Spielmacher mit starkem linken Fuß und einer vielversprechenden Zukunft.“

Unter der Anzeige geht's weiter
defaultAltAttribute

Paz ist auch Linksfuß und zweifelsohne sehr begabt, doch ein Messi im spielerischen Sinne ist er nicht. Das Fachportal vergleicht ihn eher mit dem langjährigen Real-Spieler Fernando Redondo und will dies als „riesiges Kompliment“ verstanden wissen.

Denn Paz winkt eine große Zukunft. Ausgebildet bei Real Madrid ist der feine Techniker aktuell der Strippenzieher von Trainer Cesc Fabrègas bei Como, das kürzlich RB Leipzig (4:1) in der Champions League die Grenzen aufzeigte. Der FC Arsenal ist an dem Youngster interessiert und die Königlichen besitzen eine 80 Millionen Euro schwere Rückkaufklausel, die für den Sommer 2027 gültig ist. Nicht nur die Argentinier setzen also große Hoffnungen in Paz.

Unter der Anzeige geht's weiter
Unter der Anzeige geht's weiter
In die Zwischenablage kopiert