Bayer in der Europa League: Mit neuer Kader-Breite ein zweites Essen verhindern?

Die Europa League ist für Bayer Leverkusen die letzte Möglichkeit, in dieser Saison einen Titel einzufahren. In der Partie gegen Young Boys Bern steht vor allem Trainer Peter Bosz vor einer schwierigen Aufgabe.

Peter Bosz ist Cheftrainer bei Bayer Leverkusen
Peter Bosz ist Cheftrainer bei Bayer Leverkusen ©Maxppp

Offensiv verkündeten die Verantwortlichen von Bayer Leverkusen seit Saisonbeginn immer wieder, in dieser Spielzeit Titel gewinnen zu wollen. Spätestens seit dem Aus des FC Bayern gegen Holstein Kiel schien der DFB-Pokal hierfür der auserkorene Wettbewerb zu sein. Mit der blamablen Niederlage gegen Rot-Weiss Essen machte sich die Werkself aber selbst einen Strich durch die Rechnung.

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Auch in der Bundesliga sind die zarten Titel-Ambitionen, die vor allem von außen an Bayer herangetragen worden war, längst begraben. Zu viele Punkte ließen die Leverkusener seit der vorweihnachtlichen 1:2-Niederlage gegen den FC Bayern liegen. Damals war man als Tabellenführer in die Partie gegangen, nun steht man auf Rang fünf.

Hinspiel gegen Bern

Bleibt also die Europa League. Im Zwischenrunden-Hinspiel am heutigen Donnerstagabend bei Young Boys Bern (Anstoß 18:55 Uhr) will die Werkself den Grundstein für den Einzug ins Achtelfinale legen – und ein zweites Essen verhindern.

Was zunächst nach einer lösbaren Aufgabe klingt, ist vor allem für Trainer Peter Bosz ein kompliziertes Unterfangen. Sollte Bayer auch aus dem europäischen Wettbewerb ausscheiden und damit das nächste Saisonziel verpassen, würden die kritischen Fragen in Richtung des Coaches lauter werden.

Wie viel Rotation traut sich Bosz?

Um das zu verhindern, muss Bosz erfolgreich auf einem schmalen Grat wandern. Denn zum einen ist unübersehbar, dass mehrere Leistungsträger der Werkself überspielt sind. Moussa Diaby und Leon Bailey stehen seit Monaten in nahezu jedem Spiel in der Startelf, Kapitän Charles Aránguiz zuletzt trotz langer Verletzungspause ebenfalls. Jonathan Tah und Edmond Tapsoba – seit einiger Zeit die Stamm-Innenverteidiger – schwächelten zuletzt.

Auf der anderen Seite kann Bosz gegen Bern kaum jeden Leistungsträger herausrotieren. Dafür ist der Wettbewerb für Bayer zu wichtig. Immerhin: Zum ersten Mal seit Monaten hätte er überhaupt die Möglichkeit dazu.

Härtetest für die Neuen?

Auf dem Wintertransfermarkt holte Bayer mit Demarai Gray und Jeremie Frimpong zwei Neuzugänge für die Flügel, die bereits in Ansätzen ihren Wert unter Beweis stellen konnten, aber noch auf ihr Startelf-Debüt warten. Anders als Timothy Fosu-Mensah, der bereits fester Bestandteil der Abwehrreihe ist. Zudem kehrten Langzeitverletzte wie Exequiel Palacios zurück.

Bosz muss gegen Bern die richtige Balance finden. Dass er seine erste Elf gänzlich unverändert lässt, scheint ausgeschlossen. Gut möglich, dass deshalb vereinzelt Neuzugänge wie Gray oder Spieler aus der zweiten Reihe wie Palacios ihre Chance bekommen. Die Europa League-Partie könnte so zum Härtetest für Bayers neugewonnene Kader-Breite werden.

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