Zwei Gründe: Eberls Bayern-Zukunft offener denn je
Trotz guter Arbeit ist die Vertragsverlängerung von Max Eberl alles andere als Formsache. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe.
Man müsste meinen, der FC Bayern München sei zufrieden, ja sogar glücklich mit Max Eberl. Schließlich spielt der Rekordmeister so dominant wie lange nicht mehr. Trainer Vincent Kompany sowie die Flügelspieler Michael Olise (24) und Luis Díaz (29) sind nur drei Protagonisten, die unter seiner Ägide geholt wurden und voll einschlugen. Und dennoch ist eine Vertragsverlängerung alles andere als sicher.
Grund eins
Wie die ‚Sport Bild‘ berichtet, stehen die Chancen auf eine Ausdehnung des Kontrakts lediglich bei 50:50. Grund dafür sei das eingeschränkte Vertrauensverhältnis zum Aufsichtsrat. So soll es beispielsweise nicht gut ankommen, dass Eberl das Kontrollgremium regelmäßig sehr spät miteinbezieht. Das ist problematisch, da der Aufsichtsrat die Entscheidungen des Funktionärs abnicken muss.
Grund zwei
Bei Vertragsabschlüssen handelt Eberl den Bossen zudem oftmals zu schnell. Nachverhandeln gehört offenbar nicht zu seinen Lieblingsaufgaben, weswegen oft nicht das bestmögliche Ergebnis aus Klubsicht erzielt wird. Ein Beispiel: Beim Verkauf von Kingsley Coman (29) handelte Eberl mit Al Nassr eine Ablöse von 25 Millionen Euro aus. Den Bayern-Bossen war das aber zu wenig, weswegen sich Vorstandschef Jan-Christian Dreesen einschaltete und den Transfer für 30 Millionen Euro abschloss.
Kein Nachfolger?
Das AG-Recht sieht es vor, dass mit den Vorständen erst ein Jahr vor Vertragsende verlängert werden kann. Eberls Vertrag läuft noch bis 2027, weswegen das Arbeitspapier frühestens in der nächsten Saison ausgedehnt werden kann. Im Mai soll das Thema Vorstandsverträge in der Aufsichtsratssitzung besprochen werden, ehe es im August auf die Tagesordnung gesetzt wird.
Sollte es tatsächlich zu einer Trennung zwischen Eberl und dem Ligaprimus kommen, ist man sich an der Säbener Straße einig, dass die Stelle vorerst nicht neu besetzt werden soll. Auch ohne einen Sportvorstand sehe man sich in der Chefetage gut genug aufgestellt. Markus Krösche ist daher der ‚Sport Bild‘ zufolge kein Thema in der bayrischen Landeshauptstadt.
Dreesen & Freund mit guten Aussichten
Anders stellt sich die Situation bei Dreesen dar. Eine Verlängerung des ebenfalls bis 2027 datierten Vertrags gilt als Formsache. Die geräuschlose, aber gute Arbeit des Vorstandsvorsitzenden sorgt für Zufriedenheit im Aufsichtsrat.
Ebenfalls bis 2027 gültig ist der Kontrakt von Sportdirektor Christoph Freund. Hier entscheiden Eberl und Dreesen über eine Verlängerung. Auch bei Freund stehen die Chancen gut, seine Arbeit wird intern sehr geschätzt. Bleibt also nur offen, was aus Eberl wird.
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