Bochum-Juwel: HSV und Mainz linsen in den Pott

Nachdem der VfL Bochum vergangene Saison nur knapp dem Abstieg entrinnen konnte, herrscht nach zwei absolvierten Spieltagen in der neuen Spielzeit wieder Zuversicht im Ruhrgebiet. Zuletzt 5:1 gegen Erzgebirge Aue gewonnen, Tabellenführung. Auch aus der eigenen Jugend rücken wieder Talente nach, von denen eines jedoch zeitnah in die Bundesliga wechseln könnte.

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Zukunft in Bochum ungewiss: Lukas Klostermann
Zukunft in Bochum ungewiss: Lukas Klostermann ©Maxppp

Ruhig ist es in den vergangenen Jahren um den VfL Bochum geworden. Die Europapokal-Zeiten unter dem ehemaligen und jetzigen Trainer Peter Neururer lassen die Fans des VfL zwar noch in schöner Erinnerung schwelgen, sind aber längst Vergangenheit. Spieler wie Dariusz Wosz oder Yildiray Bastürk sind rar geworden im ehemaligen Ruhrstadion. Vergangene Saison wäre man beinahe in der Bedeutungslosigkeit versunken und in Liga drei abgestiegen.

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Zur gerade gestarteten Spielzeit konnte man den Kader allerdings wieder sinnvoll verstärken und auch Talente aus den eigenen Reihen sorgen für Freude. So etwa der 19-jährige Linksverteidiger Fabian Holthaus, frischgebackener Europameister mit der deutschen U19-Nationalmannschaft. Ein weiteres Juwel aus der VfL-Jugend ist der 18-jährige Lukas Klostermann. Mit 17 Jahren feierte der Rechtsverteidiger vergangene Saison sein Debüt für Bochum in der zweiten Liga. Neun Partien absolvierte der 1,88 Meter große Außenspieler bereits im Unterhaus. Auch das Abitur bestand der Youngster erfolgreich. Noch besitzt er im Ruhrpott einen Jugend-Vertrag bis 2015.

Horrende Gehaltsforderungen?

Warum der Shootingstar beim VfL noch keinen Profivertrag erhalten hat, wirft Fragezeichen auf. In Bochum hält sich hartnäckig das Gerücht, der 18-Jährige hätte bereits Gehaltsforderungen wie Nicolas Anelka – relativ gesehen. Dennoch zeigt sich Christian Hochstätter, Manager des Zweitligisten, zuversichtlich: „Die Gespräche laufen. Ich hoffe auf eine baldige Einigung.

Derweil wittert auch die Konkurrenz aus der Bundesliga seine Chance. Nach Informationen der ‚Bild‘ schielen der Hamburger SV und der FSV Mainz 05 ins Ruhrgebiet und beäugen Klostermann. In den Kader des HSV würde der Perspektivspieler durchaus passen. Mit Dennis Diekmeier verfügen die Hanseaten über lediglich einen etatmäßigen Rechtsverteidiger von Bundesligaformat. Heiko Westermann, der hin und wieder dort aushilft, gilt eher als Notlösung. Entsprechend würde man mit dem 18-Jährigen ein vielversprechendes Talent für die Zukunft an die Elbe holen können und ihn zunächst behutsam an die Bundesliga heranführen.

Ein Wechsel zu den ‚05ern‘ hingegen scheint unwahrscheinlich. Nach dem Abgang von Routinier Zdenek Pospech konnten sich die Mainzer mit dem chilenischen Nationalspieler Gonzalo Jara (Nottingham Forest) sowie Daniel Brosinski (Greuther Fürth) hinten rechts sinnvoll verstärken. Zudem kann auch Julian Koch dort eingesetzt werden.

Hoffnung für den VfL

Gerüchte über horrende Gehaltsforderungen seines Klienten weist Klostermann-Berater Michael Decker unterdessen zurück. „Die Wahrheit ist, dass ich in gutem Kontakt zu Hochstätter stehe. Über Zahlen haben wir noch gar nicht gesprochen“, so Decker. Zudem bestätigt er Interesse aus der Bundesliga, macht den Vertretern der Bochumer aber Hoffnung: „Fakt ist, dass es für Lukas Anfragen aus der 1. und 2. Liga gibt. Aber sein Jugend-Vertrag beim VfL läuft eh noch ein Jahr. Wir wollen die beste Lösung für ihn, hoffen auf die nötige Wertschätzung und Einsatzzeiten beim VfL in Hinblick auf einen Profivertrag. Dann sollte einem Verbleib in Bochum nichts im Wege stehen.

Insofern bleibt abzuwarten, ob der Youngster zunächst in der zweiten Liga versucht voll durchzustarten oder gleich den Sprung zu einem Bundesligisten wagt und sein Gehalt deutlich aufbessert.

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