Einmal mehr sorgt die englische Nationalmannschaft für negative Schlagzeilen. Dieser Tage dreht es sich aber um keine sportliche Misere, sondern um die Posse auf dem Trainerstuhl. Sam Allardyces unrühmlicher Abgang nach nur einem Spiel zwingt den englischen Verband FA zur Umdisponierung. Vorläufig übernimmt Gareth Southgate für die kommenden vier Partien, der auch als Dauerlösung gehandelt wird. Im Gespräch ist zudem Arsenal-Coach Arsène Wenger. Von Eddie Howe (AFC Bournemouth), Alan Pardew (Crystal Palace) und US-Trainer Jürgen Klinsmann gab es dagegen Absagen.

Stattdessen wirft offenbar ein anderer Deutscher seinen Hut in den Ring. Nach Informationen des ‚Daily Telegraph‘ will Ralf Rangnick sich auf den freigewordenen englischen Trainerstuhl setzen. Demnach habe der Sportdirektor von RB Leipzig bereits im Sommer – bei der Suche nach einem Nachfolger für Roy Hodgson – Gespräche mit FA-Verantwortlichen geführt, die einem Engagement des 58-Jährigen aber kritisch gegenüberstanden. Der Posten sollte nach Möglichkeit von einem Engländer besetzt werden, sodass die Wahl auf Allardyce fiel.

Den Verband nun zu überzeugen, dass er der Richtige ist, werde nicht einfach. Rangnick soll aber ein genaues Konzept haben, wie er die Three Lions wieder in die Spur führen und insbesondere die Förderung junger Talente vorantreiben will. Bei einem Treffen möchte er weitere Überzeugungsarbeit leisten. Der Technische Direktor der FA, Dan Ashworth, gilt anders als die anderen Entscheidungsträger als Fan von Rangnick und wollte ihn schon 2012 zu Zeiten bei West Bromwich Albion ins Boot holen.

Seine Trainer-Vita ist unter anderem gespickt mit Stationen in Stuttgart, Hannover und Schalke. Auf der Insel war Rangnick noch nicht tätig, ist dem Land aber nicht abgeneigt. „Sein Englisch ist gut. Es wäre schade, ich kann es mir aber nicht vorstellen“, kommentierte Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl die Gerüchte um seinen Vorgesetzten auf der heutigen Pressekonferenz. Rangnick steht bis 2019 als RB-Manager unter Vertrag. Ob er das Abenteuer England früher oder später begehen wird, bleibt also vorerst abzuwarten.