Maximilian Arnold ist das Aushängeschild der guten Jugendarbeit des VfL Wolfsburg. Oder zumindest war er es. In der Saison 2013/14 startete der frischgebackene A-Juniorenmeister in seine erste Profisaison. Auf seiner Lieblingsposition, der Zehn, spielte damals noch der brasilianische Star-Regisseur Diego. Für das Wolfsburger Eigengewächs kein Hindernis.

Zunächst verdrängte der gerade 19-Jährige den Brasilianer auf Rechtsaußen, anschließend zu Atlético Madrid. Alle Tore schienen Arnold offen zu stehen. Auf Diego folgte Kevin de Bruyne, der im Januar 2014 für 22 Millionen Euro vom FC Chelsea geholt wurde. Nach einem halben Jahr Anlaufzeit in der Autostadt explodierte der Belgier und stellte Arnold in den Schatten.

Abschiedsgedanken konkret?

Fortan pendelte der Wunderknabe aus eigener Produktion beim VW-Klub zwischen Sechs, Acht und Bank. Auf seiner Wunschposition durfte der heute 21-Jährige nicht mehr ran. De Bruynes Abgang soll nun mit Julian Draxler und Max Kruse aufgefangen werden. Die beiden Neuzugänge stehen Arnolds Glück aktuell im Weg. Auf der Doppelsechs setzt Trainer Dieter Hecking aufgrund der offensiv ausgerichteten Angriffsreihe bevorzugt auf die defensiv stärkeren Luiz Gustavo und Josuha Guilavogui.

93 Pflichtspiele hat Arnold im Alter von 21 Jahren bereits für die ‚Wölfe‘ auf dem Buckel. Dennoch muss er darauf achten, nicht zu stagnieren. In der Bundesliga stand der Youngster in dieser Saison erst zweimal in der Startelf. Zu wenig für einen Mann seiner Klasse. Ändert sich an seiner Situation nichts, muss er überlegen, wohin sein Weg führen soll. Nach Informationen der ‚Sport Bild‘ beschäftigt sich der Mittelfeld-Allrounder derzeit mit einem möglichen Abschied aus Wolfsburg.

Sein Kontrakt beim VfL läuft noch bis 2017. Verlängern wird er diesen aktuell wohl nicht vorschnell. Vergangenen Mai wurde Arnold beim FC Schalke 04 gehandelt. Dort würde er mit Max Meyer, Johannes Geis und Leon Goretzka aber eine ähnlich starke Konkurrenz vorfinden wie in Wolfsburg. Vor allem aber lässt Neu-Trainer André Breitenreiter, der S04 im Mai bekanntermaßen noch nicht coachte, derzeit erfolgreich im 4-4-2 spielen. Zehner Meyer muss auf dem linken Flügel ran, löst seine Aufgabe dort aber solide.

Verspäteter Vidal-Nachfolger bei Juve?

Wäre Arnold für ‚Königsblau‘ im Sommer verhältnismäßig preiswert zu bekommen, könnte man über den Nationalspieler (ein Länderspiel) durchaus nachdenken. Eine Investition in die Breite des Kaders ist der 21-Jährige allemal wert. Das allerdings dürfte keineswegs mit Arnolds Vorstellungen kongruieren.

Auch Juventus Turin signalisierte in der Vergangenheit schon Interesse am schussstarken Linksfuß. Juve spielt zwar auch im 4-4-2, im Mittelfeld allerdings eher mit einer Raute und einer Art Hybridspieler, der mal als Achter, mal als Zehner agiert. Zuletzt füllt Arturo Vidal diese Rolle per excellence aus. Würdigen Ersatz für den zum FC Bayern abgewanderten Chilenen konnten die ‚Bianconeri‘ bislang nicht finden. Der 30-jährige Hernanes kam für elf Millionen von Inter Mailand. Dem Brasilianer würde Arnold aber auf Augenhöhe begegnen. Mindestens.