Plötzlich ging dann alles ganz schnell. Spanische Medien berichteten von der bevorstehenden Leihe von Philippe Coutinho zum FC Bayern, wenig später bestätigten die Verantwortlichen um Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic.

Dass es mit dem Brasilianer nach Monaten der bayrischen Transfer-Tristesse so plötzlich klappte, hat seine Gründe. Wie die ‚Sport‘ berichtet, standen die Bayern kurz vor der Verpflichtung von Gareth Bale. Zumindest habe der deutsche Rekordmeister das dem FC Barcelona mitgeteilt. Man wolle nicht länger auf Einigung im Coutinho-Poker warten. Bei Barça wurde daraufhin Alarmstufe Rot initiiert.

Barça blockiert Bale-Deal

Schließlich ist Bale der Spitzenverdiener bei Real Madrid. Falls die Königlichen es geschafft hätten, den Waliser von der Gehaltsliste zu streichen, hätte man möglicherweise genug Budget freigemacht, um Neymar zu verpflichten. Der Brasilianer von Paris St. Germain ist aber erklärter Wunschspieler der Katalanen.

Barça sah sich deshalb offenbar genötigt, die Coutinho-Verhandlungen mit den Bayern voranzutreiben. Wenige Stunden später war der Leih-Deal beschlossene Sache. Dem Vernehmen nach zahlen die Münchner 15 bis 20 Millionen für den Brasilianer. Nach einem Jahr besteht eine Kaufoption über 120 Millionen Euro.

Auswirkungen auf Neymar

Unklar ist, wie es nun mit Neymar weitergeht. Coutinho galt schließlich als wichtiger Bestandteil eines möglichen Neymar-Transfers. Entweder durch einen Verkauf, der Barça wichtige Millionen eingebracht hätte, oder als Tauschobjekt. Durch die Leihe zu den Bayern hat Barcelona aber beide Möglichkeiten verloren: Coutinho kann nun weder getauscht, noch zu Geld gemacht werden.

Die Auswirkungen auf den Neymar-Deal werden von der spanischen und französischen Presse unterschiedlich skizziert. Die ‚Sport‘ glaubt, dass die Coutinho-Leihe sich durchaus positiv darstellen könnte. Barça könne einen Großverdiener von der Gehaltsliste streichen und habe Real aus dem Transferpoker geworfen. Nun habe man in Katalonien größeren finanziellen Spielraum und eine bessere Verhandlungsposition gegenüber PSG, das nun nur noch mit Barça feilschen kann.

Le Parisien‘ deutet die jüngsten Entwicklungen pessimistischer. Ein Verbleib des Brasilianers bei PSG werde zunehmend zu einem realistischen Szenario. In diesem Fall hätte die Leihe von Coutinho also nur dem Zweck gedient, einen Neymar-Transfer zu Real zu blockieren.

Neymar zurück im Training

Es bleiben also Fragezeichen und auch PSG selbst trägt einen Teil dazu bei. Am heutigen Samstag trainiert der Brasilianer zum ersten Mal mit seinen Pariser Teamkollegen. Am morgigen Sonntag gegen Stade Rennes wird er aber aus gesundheitlichen Gründen nicht auflaufen, wie Trainer Thomas Tuchel auf einer Pressekonferenz verriet.

Sportdirektor Leonardo hatte verkündet, dass man Neymar erst wieder einsetzen werde, wenn dessen Zukunft geklärt ist. Dass Tuchel bei der Nicht-Berücksichtung des Stars auf dessen Fitness verweist, könnte durchaus als Zeichen verstanden werden.