Schon vergangene Sommerpause bemängelte Trainer Pál Dárdai fehlende Geschwindigkeit auf den offensiven Außenbahnen. Mit Mitchell Weiser, der aber oftmals als Verteidiger zum Einsatz kam, wurde sein Wunsch zumindest für die rechte Seite erhört. Auf links kam in der abgelaufenen Saison daher in der Regel Salomon Kalou zum Einsatz. Der Ivorer zahlte das Vertrauen mit 14 Treffern zwar zurück, neigt aber dazu, ins Zentrum zu ziehen. Der linke offensive Flügel war deshalb nicht selten verwaist.

Sicher, der Erfolg gibt Dárdai recht, mehr Tempo und Alternativen fordert der 40-Jährige dennoch. Wunschkandidat des Ungarn, der vor seiner Daueranstellung in Berlin auch die Nationalmannschaft seines Heimatlands trainierte, war schon vergangenen Sommer Jahr Balázs Dzsudzsák. Und auch der Kapitän der Magyaren, damals noch bei Dinamo Moskau unter Vertrag, wäre gern zu Dárdai und der Hertha gewechselt.

Durchwachsene Saison in der Süper Lig

Dinamo musste aufgrund von Verstößen gegen das Financial Fairplay der FIFA zahlreiche Leistungsträger verkaufen. Darunter auch Dzsudzsák. Die Ablöse in Höhe von knapp zwei Millionen Euro hätte sich die ‚Alte Dame’ auch leisten können, wenngleich das Gehalt größere Sorgen bereitet hätte. Da Hertha Ronny jedoch nicht los wurde, wurde Dzsudzsák ungeduldig und wechselte zu Bursaspor. „Wenn alles klappt, kommt noch Balázs Dzsudzsák. Wenn ich mir einen Spieler wünschen könnte, wäre er dieser Spieler. Der Transfer ist aber nicht einfach, solange Ronny noch hier ist. Das Problem ist dabei nicht das Geld. Wir werden sehen, was passiert“, erklärte Dárdai damals.

Nach einer eher durchwachsenen an der Küste des Marmarameers könnte es Dzsudzsák nun im zweiten Anlauf nach Berlin ziehen. Wie die türkische Zeitung ‚Bursa Hakimiyet’ berichtet, streckt die Hertha ihre Fühler erneut nach dem 29-Jährigen aus. Und die Chancen stehen demnach nicht schlecht.

Spielt Hosogai der Hertha in die Karten?

Obwohl der Offensivspieler in Bursa bis 2019 unterschrieb, ist der Süper Lig-Klub offenbar bereit, ihn für 2,5 Millionen Euro ziehen zu lassen. Allerdings meldet dem Bericht zufolge auch der Hamburger SV Interesse an Dzsudzsák. Ein Trumpf im Ärmel der ‚Alten Dame’ könnte Hajime Hosogai sein.

Der Japaner ist noch bis Ende Juni an Bursaspor verliehen, das eine Kaufoption auf ihn besitzt. Eine Verrechnung schiene in diesem Fall sinnvoll, denn in den Plänen des Berliner Sportclubs spielt Hosogai keine wichtige Rolle mehr. „Hajime Hosogai ist eine offene Personalie, über die zum heutigen Abend noch nicht entschieden wurde. Bursaspor hat ein Kaufoption für Hajime, diese aber noch nicht gezogen“, äußerte sich Manager Michael Preetz erst am gestrigen Dienstag. Ärgern würde ein Verkauf wohl den VfB Stuttgart und Jos Luhukay, die ihn gerne zum VfB Stuttgart holen würden.

FT-Meinung: So schlüssig eine Dzsudzsák-Verpflichtung schon vergangenen Sommer erschien, so schlüssig wäre sie auch heute. Dárdai hat vollstes Vertrauen in seinen ehemaligen Kapitän und weiß bestens um dessen Stärken. Zudem ist der Linksfuß auf beiden Flügeln einsetzbar und wäre aufgrund seiner Schnelligkeit exakt der Spieler, den die Hertha sucht. Und dass Berlin in der Europa League-Qualifikation mitspielt, dürfte die Chancen auf Dzsudzsák verglichen mit letztem Jahr nicht gerade schmälern.