Runderneuerte Spielweise

Mit Marco Rose bekam die Borussia im Sommer einen neuen Trainer, dessen Schwerpunkt klar auf dem Spiel gegen den Ball liegt. Bislang setzte man im Borussia Park eigentlich auf gepflegten Ballbesitzfußball. Es dauert seine Zeit, bis die neue Philosophie verinnerlicht ist. Zumal der Kader lange für die alte Herangehensweise zusammengestellt wurde und sich viele Spieler komplett umstellen müssen.

Der Schein trügt

Mit sieben Punkten aus vier Spielen startete die Borussia auf den ersten Blick ordentlich in die neue Bundesliga-Saison. Glanzleistungen waren jedoch nicht dabei. Die Siege in Mainz (3:1) und Köln (1:0) waren hart erarbeitet und auch dem starken Keeper Yann Sommer zu verdanken. In den Heimspielen gegen Schalke (0:0) und Leipzig (1:2) zeigte man zudem relativ schwache Darbietungen.

Krankende Offensive

Auch wenn die Punkteausbeute stimmte, ließ sich aus dem Bundesliga-Auftakt schon ein Problem im Offensivspiel ablesen. Fünf Tore aus vier Partien sind nicht viel – und fast alle fielen aus individuellen Fehlern des Gegners. Muss die Borussia gegen einen Underdog wie Wolfsberg das Spiel selbst machen, fällt ihr wenig ein. Eigentlich war genau das in den vergangenen Jahren die Stärke der Mannschaft.

Heimschwäche

Früher war das eigene Stadion eine Festung – in 2019 gelang aber erst ein einziger Sieg (ein 2:0 im Januar gegen Augsburg). Die Borussia muss sich nach elf sieglosen Heimspielen in Folge unweigerlich eine Heimschwäche attestieren lassen. Das fing schon unter Dieter Hecking an – und findet nun mit neuer Herangehensweise unter Rose seine Fortsetzung. Am Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf (15:30 Uhr) soll die Serie reißen.

Giftiger Gegner

Bei aller Kritik an der Borussia gilt es auch dem Wolfsberger AC ein riesiges Lob auszusprechen. Der Jahresetat des WAC liegt bei sieben Millionen Euro – der Gladbacher ist rund zwölfmal höher. Unter diesen Voraussetzungen und mit zahlreichen Europapokal-Novizen einen derart selbstbewussten und schnörkellosen Auswärtsauftritt hinzulegen, ist aller Ehren wert. Für die sich in der Findungsphase befindende Borussia war das an diesem Abend viel zu viel.