Ich bin sehr glücklich. Ich kann das nicht verstecken. Jeder der mich kennt, kann fühlen, dass ich glücklich bin.“ Nach einem knappen Jahr ohne Klub ist es José Mourinho anzumerken, wie froh er ist, wieder auf einer Trainerbank zu sitzen. Und die von Tottenham Hotspur scheint The Special One besonders zu liegen.

Seit seiner Anstellung vor zwei Wochen hat Tottenham jedes seiner drei Pflichtspiele gewonnen – darunter ein 3:2-Auswärtserfolg bei West Ham United. In der Premier Leauge war den Spurs ein Sieg im fremden Stadion zuletzt im Januar geglückt.

Rückkehr ins Old Trafford

Am heutigen Mittwochabend erwartet die Elf von Mourinho der erste echte Gradmesser: Tottenham gastiert bei Manchester United. Bei einem Sieg im Old Trafford würden die Londoner bis auf den fünften Platz klettern. Bei einer Niederlage würde United an ihnen vorbeiziehen.

Für Mourinho ist es zudem die Rückkehr zu dem Klub, der ihn vor knapp einem Jahr vor die Tür gesetzt hatte. Mit einem Sieg könnte sich Mourinho revanchieren – bei United und seinem Nachfolger Ole Gunnar Solskjaer. Der hatte nach seiner Amtsübernahme Mourinho für dessen Taktik kritisiert. Seine Mannschaft spiele nun erfolgreicher, weil sie aufgehört habe, „dumme Quer- und Rückpässe zu spielen“.

Der Erfolg gab Solskjaer damals recht, doch als United nach einem anfänglichen Höhenflug wieder auf den Boden der Tatsache zurückgekehrt war, schlug Mourinho zurück: „Ich wurde entlassen und hatte das vermutlich verdient, weil ich der Teammanager war. Aber die traurige Wahrheit ist, dass es schlimmer ist als vorher.

Besondere Revanche

Beim heutigen Spiel der Spurs gegen die Red Devils hat der Portugiese die Chance, diese Aussage auch rechnerisch zu verifizieren. Als er 2018 nach 17 Spieltagen entlassen worden war, hatte United 26 Punkte auf dem Konto. Sollte die Solskjaer-Elf heute verlieren, wäre es für sie unmöglich, diese Marke noch zu erreichen.

Für Mourinho wäre das wohl eine besondere Genugtuung. Zugeben will er das nicht: „Ins Old Trafford zurückzukehren, heißt für mich, an einen Ort zurückzukehren, an dem ich glücklich war. Das kann ich so sagen. Ich habe eine tolle Beziehung zu den Fans von Manchester United.“

„Man verliert niemals“

In seiner neugewonnenen Bescheidenheit bedient sich der 56-Jährige eines Zitats von niemand geringerem als Nelson Mandela: „Manchester United steht mittlerweile in meinem Geschichtsbuch. Es ist so, wie es Mister Mandela gesagt hat: Man verliert niemals. Man gewinnt oder man lernt. Bei United habe ich gewonnen und gelernt.“ Ein Sieg würde Mourinho aber trotzdem glücklich machen – glücklicher als er es jetzt schon ist.