In der kommenden Woche stehen die ersten Spiele der deutschen Nationalmannschaft unter Jürgen Klopp an. Der Bundestrainer geht dabei gleich ins Risiko.
„Es kommt nicht darauf an, wer spielt, es kommt darauf an, wie wir spielen“, begründete Jürgen Klopp auf der heutigen Pressekonferenz seine Zweiteilung des DFB-Kaders.
Belastungssteuerung und Spieler-Casting sind die nachvollziehbaren Ziele, die Klopp mit seiner unkonventionellen Nominierung weit vor dem nächsten großen Turnier verfolgt. Doch der 59-Jährige geht auch ein großes Risiko ein, spielt mit der Aufbruchstimmung.
Schon jetzt steht fest, dass Deutschland keine der anstehenden Partien mit der bestmöglichen Elf bestreiten wird, da der Kader zur Hälfte der Länderspielzeit durchgetauscht wird. Klopp, der als langjähriger Vereinstrainer Rücksicht nehmen und langfristig denken will, nimmt damit eine Abwertung von Länderspielen per se und insbesondere der Nations League vor.
Mit diesem Wettbewerb werden viele deutsche Fußballfans ohnehin nicht so richtig warm. Doch die Vergangenheit zeigt auch, dass Niederlagen in der Nations League die Stimmung ums DFB-Team drücken können. Erinnert sei an ein 0:3 in den Niederlanden, ein 0:1 gegen Ungarn oder das enttäuschende Final-Four-Turnier im eigenen Land 2025.
Gehen Partien mit einer Casting-Elf verloren, kommt schnell der Eindruck auf, dass diese sportlich nicht zu 100 Prozent ernst genommen wurden. Auch eine Berufung zum DFB wird automatisch abgewertet. Dabei sollte ein Einsatz für Deutschland die höchste Auszeichnung sein. Denn auch Klopp sagte heute: „Wichtig ist, dass die Spieler mir und uns das Gefühl geben: Es bedeutet mir alles, dass ich heute hier spiele.“
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