SGE-Leihgabe Zalazar: St. Paulis Kreativzentrum

Im tristen Abstiegskampf des FC St. Pauli gibt es spielerisch wenige Lichtblicke. Einer davon ist Rodrigo Zalazar. Der aktuell positive Trend beim Zweitligisten hängt auch mit der Leistungssteigerung der Leihgabe von Eintracht Frankfurt zusammen.

Rodrigo Zalazar jubelt über einen Treffer für St. Pauli
Rodrigo Zalazar jubelt über einen Treffer für St. Pauli ©Maxppp

In den zurückliegenden zwei Spieltagen durfte der FC St. Pauli seine Saisonsiege Nummer zwei und drei feiern. Entscheidend am derzeitigen Aufschwung ist Rodrigo Zalazar, der bis Saisonende von Eintracht Frankfurt ausgeliehen ist. Dank der beiden Dreier steht der Nordklub erstmals seit dem sechsten Spieltag nicht mehr auf einem Abstiegsplatz.

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Beim 3:2-Erfolg gegen Hannover 96 am vergangenen Wochenende steuerte der zentrale Mittelfeldspieler einen Assist und einen Treffer bei. Gegen Jahn Regensburg am heutigen Sonntag leitete Zalazar beim 2:0-Sieg beide Treffer ein und verbuchte dabei immerhin eine direkte Torvorlage.

Der 21-jährige Uruguayer interpretiert seine Halbposition in St. Paulis Raute im Mittelfeld sehr offensiv. Wo auch immer der Spielball sich befindet, versucht der Rechtsfuß mitzumischen. „Er ist ein offensiver Spieler“, erklärte sein Trainer Timo Schultz zuletzt gegenüber der ‚Hamburger Morgenpost‘, „wenn ich einen defensiven Spieler auf dieser Position haben will, dann stelle ich eher Afeez Aremu oder Leon Flach auf. Rodrigo ist ein Spieler auf dem Platz, der Tore schießen will und mutig ist, der 13 Kilometer im Spiel läuft.“

Toptorschütze im Mittelfeld

Zalazar, den der ‚NDR‘ nach seiner Ankunft im Oktober als „Zauberer“ betitelte, weiß jedoch auch seine Defensivaufgaben zu erledigen. „Wenn er diese Wildheit, dieses Aggressive und dieses Fleißige – auch wenn in der Defensive nicht immer alles hundert Prozent klappt – auf den Platz bringt. Dann ist er der beste Rodrigo, den wir haben können“, sagt Schultz.

Für die SGE hätte die Leihe beim Kiezklub bislang nicht erfolgreicher laufen können. In 15 der bisherigen 17 Ligaspielen der Hamburger stand Zalazar in der Startelf. Mit vier Treffern sowie zwei Assists ist er Toptorschütze und gehört zu den besten Scorern beim Zweitligisten.

Schweres Lehrjahr in Polen

Dabei war die Entwicklung des 19-fachen U20-Nationalspielers nicht unbedingt so zu erwarten. In der vergangenen Spielzeit schickten die Hessen den Uruguayer nach dessen Verpflichtung vom FC Malaga umgehend per Leihe zu Korona Kielce in die polnische zweite Liga. Was folgte war eine wahre Horrorsaison.

Zunächst stand Zalazar in den ersten zehn Pflichtspielen lediglich in drei Kurzeinsätzen auf dem Rasen, anschließend folgte die Versetzung in Kielces zweite Mannschaft. Als der Mittelfeldspieler zwei Monate später wieder bei den Profis eingesetzt wurde, handelte er sich in der zweiten Partie nach seiner Rückkehr eine rote Karte sowie eine Vier-Spiele-Sperre ein – der anschließende Saisonabbruch durch Corona tag sein übriges.

Konkurrenz für Kamada & Co?

Nun erhält die Eintracht, bei der Zalazar noch bis 2023 unter Vertrag steht, im zweiten Anlauf wohl einen Leistungsträger zurück. Sollte der Kreativspieler die Form der vergangenen Wochen weiter konservieren können, steht SGE-Coach Adi Hütter ab dem Sommer auf der Spielmacher-Position eine spannende Alternative zu Daichi Kamada, Aymen Barkok und Ajdin Hrustic zur Verfügung.

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