Fünf Punkte: Darum läuft's beim BVB so rund

von Remo Schatz
Fünf Punkte: Darum läuft's beim BVB so rund @Maxppp

Der sechste Spieltag ist vorüber und Borussia Dortmund grüßt von der Spitze der Bundesliga-Tabelle. Genau vor einem Jahr war der Zwischenstand derselbe, dennoch hat sich der BVB komplett verändert. FT schaut genauer hin.

Vor einem Jahr hatten sich die Fans von Borussia Dortmund zu früh gefreut. Der BVB lag am sechsten Spieltag ebenfalls auf Platz eins, im Anschluss folgte aber der Absturz ins Bodenlose. Geschönt wurde der Auftakt von Peter Bosz von einem überaus leichten Startprogramm, unter anderem gegen die beiden heutigen Zweitligisten aus Hamburg und Köln.

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In dieser Saison ist man am Rheinlanddamm vorsichtiger. Das 7:0 gegen den 1. FC Nürnberg wurde gefeiert, aus dem Häuschen war in der BVB-Führungsetage aber niemand. Allen war klar, dass das Ergebnis gegen ein im Aufwind befindliches Bayer Leverkusen bestätigt werden musste. Und das wurde es. Die zweite Halbzeit gegen die Werkself war bemerkenswert und verdeutlicht, wo sich die Schwarz-Gelben verbessert haben.

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Der Kapitän: Mit Marco Reus trägt in dieser Saison die Identifikationsfigur die Binde. Und der gebürtige Dortmunder scheint mehr und mehr in seiner neuen Rolle aufzugehen. Vor allem Youngster Jadon Sancho blüht unter seinem Mentor auf. „Marco und ich haben eine besondere Verbindung, er lehrt mich vieles“, verrät der Top-Vorlagengeber der Bundesliga in der aktuellen ‚kicker‘-Ausgabe. Dabei war vor dem Nürnberg-Spiel bereits von der ‚Reus-Krise‘ zu lesen. Der Superstar strafte seine Kritiker aber Lügen, war sowohl gegen die Franken als auch gegen Bayer der beste Mann auf dem Platz und zeichnet sich allein in der vergangenen Woche für fünf Treffer mitverantwortlich.

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Der Trainer: Es ist ein wahrer Genuss, Lucien Favre bei der Arbeit zuzuschauen. Bosz zeichnete sich ebenfalls durch seine ruhige Art an der Seitenlinie aus, die aber vor allem in seiner Hilflosigkeit begründet war. Favre hingegen scheint immer die richtigen Antworten zu finden. Das Spiel gegen Bayer ist das beste Beispiel. Der Schweizer wusste sehr genau, dass die Werkself das Tempo aus der ersten Hälfte nicht halten kann und bereitete sein Team in der Halbzeit darauf vor. Der BVB zeigte in Durchgang zwei ein vollkommen anderes Gesicht und spielte die Rheinländer an die Wand.

Die Einwechslungen: Ausschlaggebend für das Comeback in Leverkusen waren einmal mehr die klugen Einwechslungen des Cheftrainers. Insgesamt hat Favre in der laufenden Saison bereits zehn Scorerpunkte eingewechselt – absolute Ligaspitze. Am sechsten Spieltag haben die Schwarz-Gelben damit den entsprechenden Wert aus der gesamten Vorsaison bereits verdoppelt. Der Übungsleiter weiß um die Qualitäten, die gerade ein Sancho in der zweiten Hälfte gegen schon ermüdete Abwehrspieler entfalten kann. Es sind aber auch die Spieler selbst, die den Unterschied ausmachen. Mit Paco Alcácer verfügt die Borussia endlich über einen Stürmer, der von der Bank immer für ein Tor gut ist.

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Die Defensive: Peter Stöger hatte in Dortmund zwar keine Zukunft mehr, der Defensive verlieh der Österreicher aber zu Beginn dieses Jahres neue Stabilität. Die Vorarbeit konnte Favre fortsetzen. Mit Abdou Diallo und Winterneuzugang Manuel Akanji sowie den neuen beiden zentralen Mittelfeldspielern Axel Witsel und Thomas Delaney musste der Cheftrainer eine komplett neue Defensive aufbauen. Die Abwehr ist in dieser Saison der große Rückhalt der Westfalen. Mit fünf Gegentoren liegt der BVB gemeinsam mit dem FC Bayern (Mainz 05 mit vier Toren auf Platz eins) auf dem geteilten zweiten Rang. Zwar ist in der Dortmunder Defensive noch längst nicht alles Gold was glänzt, bei Schwarz-Gelb scheint aber eine neue Abwehr zusammenzuwachsen, auf die Verlass ist.

Der Kader: Der diesjährige Kaderumbruch wurde von langer Hand geplant. Es zeigt sich, dass die Personalentscheidungen gezündet haben. Delaney und Witsel kristallisieren sich als die Königstransfers heraus, die man erhofft hatte. Hinzu kommen die beiden Leihspieler Hakimi und Alcácer. Letztgenannter kommt in gerade einmal 50 Pflichtspielminuten auf überragende drei Tore. Vor allem der erste Treffer Tor gegen Bayer ist ein Beispiel für seine Ausnahmequalitäten. Hakimi wusste gegen Nürnberg und Bayer auf ganzer Linie zu überzeugen, erzielte ein Tor selbst und legte ein weiteres auf. Marius Wolf benötigt zwar noch Anlaufzeit, ist aber schon allein aufgrund des überschaubaren Kaufpreises von 3,5 Millionen Euro ein Volltreffer. Ähnliches gilt für Marwin Hitz, der ablösefrei aus Augsburg kam. Der Schweizer kam zwar noch nicht zum Einsatz, schält sich aber als genau die Art von Torhüter heraus, die klaglos die Backup-Rolle annimmt.

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