Köln: Heldt erläutert Terodde-Geschenk

Beim 1. FC Köln setzte man nicht mehr auf Simon Terodde, beim HSV trifft der Zweitliga-Experte nun wieder am Fließband. Kritische Stimmen kommen auf, Horst Heldt liefert Erklärungen.

Horst Heldt (Kreis) ließ Simon Terodde zum HSV ziehen
Horst Heldt (Kreis) ließ Simon Terodde zum HSV ziehen ©Maxppp

Nicht immer wirkten die Transferaktivitäten des 1. FC Köln im Sommer durchdacht. Zuerst gab der Bundesligist Simon Terodde (32) ablösefrei an den Hamburger SV ab und willigte sogar ein, einen Teil des Gehalts weiterzutragen. Die bislang sechs Saisontore im Trikot der Rothosen finanziert Köln also mit. Quasi ein Geschenk.

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Mit Jhon Córdoba (27) gab Köln kurz nach Terodde einen weiteren Mittelstürmer ab. Zugegeben lukrativ für 15 Millionen Euro an Hertha BSC. Als Ersatz kam schließlich Sebastian Andersson von Union Berlin. 6,5 Millionen Euro kostete die schwedische Sturmkante. Einen Weiterverkaufswert hat er mit seinen 29 Jahren aber kaum.

„Warum gebt ihr Terodde ab?“

Für all das liefert Sportchef Horst Heldt nun Begründungen. „Die Leute haben uns gefragt: Warum gebt ihr Terodde zu diesem Zeitpunkt ab? Aber der HSV wollte Simon genau in diesem Moment, später wäre der Klub wohl raus gewesen“, sagt Heldt dem ‚Geissblog‘.

Und weiter: „Simon wollte es machen, wir mussten den Kader verkleinern und Geld einsparen. Deswegen mussten wir das zu diesem Zeitpunkt machen. Andererseits wussten wir schon länger, dass Jhon Córdoba wechseln wollte, und natürlich hätten wir den Verkauf gerne früher getätigt, aber auch da waren wir vom Markt abhängig.“

Mit den Córdoba-Millionen verpflichtete der klamme FC neben Andersson auch noch Ondrej Duda (sieben Millionen) und Dimitrios Limnios (3,3 Millionen) fest. Marius Wolf und Tolu Arokodare kamen derweil auf Leihbasis. Dass man nicht ausschließlich auf die günstige Variante mit Leihspielern setzte, liege daran, dass man eine „strategische Kaderplanung“ verfolge, so Heldt.

„Zu Lasten des Trainers agieren“

Der Ex-Profi unterstreicht: „Wenn man sich zu einer strategischen Kaderplanung bekennt, dann bedeutet das vielleicht auch, dass man als Sportchef manchmal kurzfristig zu Lasten des Trainers agieren muss. Denn der Trainer muss im Hier und Jetzt agieren, will mit der Mannschaft Ergebnisse erzielen. Auch deswegen haben wir keine Trainerdiskussion. Das ist keine kurzfristige Idee, sondern eine mindestens mittelfristige Ausrichtung.“

Der FC startete mit zwei Punkten aus fünf Spielen schlecht in die neue Spielzeit. Saisonübergreifend sind die Rheinländer seit 15 Partien ohne Dreier. Trainer Markus Gisdol ist angezählt. Öffentlich spricht Heldt ihm jedoch das Vertrauen aus. „Ich führe keine Trainerdiskussion. Und das nicht, weil es vielleicht blöd für mich aussähe, wenn ich nach der Vertragsverlängerung Abstand davon nehmen würde“, betonte er im ersten Teil des ‚Geissblog‘-Interviews.

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