Während Eintracht Frankfurt den Abgang von Joselu (neun Tore in 24 Spielen, wechselt nach Hannover) kompensieren muss, hat der Hamburger SV den Abgang von Pierre-Michel Lasogga (13 Treffer in 20 Partien, kehrt nach seiner Leihe vorerst zu Hertha BSC zurück) zu verkraften. Als Joselu-Ersatz machen in Frankfurt neben Arsenal-Angreifer Nicklas Bendtner und Ecuadors Shootingstar Enner Valencia auch die Namen einiger bekannter Bundesligastürmer wie Adam Szalai und Mohammed Abdellaoue die Runde. Bei den HSV-Verantwortlichen richtet sich der Fokus dagegen vor allem auf die Weiterverpflichtung von Lasogga.

Italienische Medienberichte haben nun einen neuen Namen ins Spiel gebracht: Mauricio Pinilla. Der 30-Jährige spielt aktuell bei Cagliari Calcio in der italienischen Serie A und nimmt mit Chile an der WM teil. Zuletzt hat der Stürmer bereits öffentlich Abwanderungsgedanken geäußert, sein Vertrag beim italienischen Mittelklasseverein läuft in einem Jahr aus. Cagliari bietet sich in diesem Sommer damit die letzte Chance, noch eine ordentliche Ablöse für den Angreifer zu erhalten.

Bei dieser Weltmeiterschaft konnte sich Pinilla allerdings trotz der guten Leistungen seines Heimatlandes noch nicht nachhaltig in Szene setzen. Zwei Kurzeinsätze stehen für den robusten und kopfballstarken Strafraumstürmer, der in seinen Vereinen für gewöhnlich mit der Rückennummer 51 aufläuft, bisher zu Buche. Im Auftaktspiel gegen Australien wurde Pinilla drei Minuten vor dem Ende eingewechselt und war am 3:1-Endstand durch Jean Beausejour direkt beteiligt. Gegen die Niederlande (0:2) durfte er immerhin neun Minuten spielen. Insgesamt gelangen ihm in 26 Länderspielen drei Treffer.

In den zurückliegenden Jahren hat sich Mittelstürmer als Wandervogel entpuppt. Seit seinem Wechsel nach Europa im Jahr 2003 führte sein Weg über Italien (Chievo Verona), Spanien (Celta Vigo, Racing Santander), Portugal (Sporting Lissabon), Schottland (Heart of Midlothian) zurück nach Chile. Über Brasilien (Vasco da Gama) und Zypern (Apollon Limassol) zog es ihn schließlich wieder nach Italien, wo er zuletzt für US Grosseto, US Palermo und Cagliari Calcio auf Torejagd ging. Insofern könnte der Globetrotter mit einem Wechsel nach Deutschland einen neuen Länderpunkt erzielen.

Seine beste Zeit erlebte Pinilla in den vergangenen fünf Jahren in Italien. Für Grosseto markierte er in der Serie B 23 Treffer, eine Etage höher bewies er bei Palermo (elf Tore in 45 Spielen) und Cagliari (25 Tore in 67 Partien) seinen Torriecher. Er könnte also für Frankfurt und Hamburg der geforderte Goalgetter sein. Wohin es ihn demnächst ziehen wird, soll schon bald bekanntgegeben werden. „Wir werden uns erst nach dem Achtelfinal-Spiel gegen Brasilien äußern“, betont Pinillas Berater auf Nachfrage von ‚hr-online‘.