Ralf Rangnick ist das Gesicht des Erfolgs von RB Leipzig. In seinen sieben Jahren bei den Sachsen formte der 60-Jährige aus einem Oberligisten die dritte Kraft des deutschen Vereinsfußballs, die im DFB-Pokalfinale in gut zwei Wochen nach dem ersten Titel der Vereinshistorie greifen wird.

Rangnick versteht sein Handwerk – das müssen auch überzeugte RB-Gegner eingestehen. Umso interessanter dürfte die Nachricht für viele Fans in Fußball-Deutschland sein, dass dem RB-Imperium Ungemach droht. Der ehrgeizige Schwabe hat eine Vision, an der seine Ehe mit Red Bull zugrunde gehen könnte.

Dem ‚kicker‘ zufolge will Rangnick, der nach einer Saison als Aushilfstrainer an Julian Nagelsmann übergeben und sich wieder auf den Sportdirektor-Posten beschränken wird, auch international die Strippen ziehen. Ihm schwebt demnach die Leitung der beiden Übersee-Filialen New York Red Bulls und Atlético Bragantino vor. Ziel: Das Leipziger Zugpferd mit angehenden Topspielern versorgen.

Rangnick vs. Mintzlaff

Das allerdings soll Oliver Mintzlaff nicht schmecken. Der Geschäftsführer ist als Rangnicks Vorgesetzter derjenige, dem die Leitung des internationalen Red Bull-Klubnetzwerks obliegt. Mintzlaff will laut ‚kicker‘ einen Sportdirektor, der sich auf das Leipziger Tagesgeschäft konzentriert und die internationalen Kernfragen anderen überlässt.

Beide Seiten wissen vom Standpunkt des anderen, Differenzen konnten in einem Gespräch bislang nicht ausgeräumt werden. Einen weiteren Versuch wollen Rangnick und Mintzlaff nach der Saison starten. Können sich die beiden Alphatiere erneut nicht einigen, ist ordentlich Druck auf dem RB-Kessel. Am Ende, so schließt es der ‚kicker‘ nicht aus, könnte Rangnick die Konsequenzen ziehen und gehen. Man traut es ihm zu.