Die Transferpolitik beim SV Werder Bremen hat sich gewandelt. Vorbei sind die Zeiten, in denen die ‚Grün-Weißen‘ auch den ein oder anderen millionenschweren Fehleinkauf à la Marko Arnautovic oder Carlos Alberto wirtschaftlich verkraften konnten. In diesem Sommer heißen die Neuzugänge Justin Eilers, Lennart Thy, Thanos Petsos oder auch Florian Kainz und haben ihre ohne Zweifel vorhandene Qualität noch nicht auf höchstem Niveau nachgewiesen.

Die Folge: Werder wird von vielen Experten schon lange vor dem Saisonstart ein weiteres schwieriges Jahr prophezeit. Hinzu kommt, dass die Ruhe und Kontinuität in der Sportlichen Führung, die den Klub so viele Jahre auszeichnete, längst passé ist. Aus einem Machtkampf zwischen Thomas Eichin und Marco Bode ging der Aufsichtsratsboss als Sieger hervor. Nun muss der ehemalige Publikumsliebling den Trainer Viktor Skripnik verantworten, der bei Teilen der Mannschaft keine besonders große Anerkennung genießt.

Keiner will kommen

Die Vorzeichen an der Weser sind also nicht die besten – und das, obwohl Werder für den Verkauf von Jannik Vestergaard und den fast sicheren Wechsel von Anthony Ujah mehr als 20 Millionen Euro einstreicht. Das wissen auch viele Spieler, die Eichin-Nachfolger Frank Baumann in den vergangenen Wochen kontaktiert hat. In seiner Funktion als neuer Sportdirektor befindet sich Baumann vor allem auf der Suche nach neuen Innenverteidigern, die den sicheren Abgang von Vestergaard sowie den befürchteten von Papy Djilobodji auffangen sollen. Im Gegensatz zu den Offensivpositionen will die Vereinsführung hier keine Experimente wagen, sondern gestandene Spieler in die Hansestadt holen.

Doch es hagelt Absagen: Nach David Abraham von Eintracht Frankfurt werden laut einem Bericht der ‚Bild‘ nun auch die umworbenen Robin Knoche (VfL Wolfsburg) und Kevin Wimmer (Tottenham Hotspur) nicht bei Werder anheuern. Die Suche geht also in die nächste Runde, obwohl die Bremer eigentlich bis zum Trainingsauftakt am Freitag Klarheit haben wollten.

FT-Meinung: Luca Caldirola und Alejandro Gálvez sind nicht als Stammduo eingeplant. Baumann sucht nach mindestens einem zentralen Abwehrspieler mit größerer Qualität. Doch momentan scheint es unmöglich, wieder ein Gespann von ähnlicher Qualität wie Vestergaard/Djilobodji ins Rennen schicken zu können. Dass es in der vergangenen Saison dennoch bis zum Schluss gegen den Abstieg ging, wirft kein gutes Licht auf die kommende Spielzeit. Das wissen auch die Wunschspieler des ehemaligen Champions League-Aspiranten.