Der FC Bayern, RB Leipzig und der Hamburger SV haben offenbar ein Auge auf Frenkie de Jong von Ajax Amsterdam geworfen. Die niederländische Zeitschrift ‚Voetbal International‘ berichtet auf ihrer Internetpräsenz, dass die drei Bundesligisten „ernsthaftes Interesse“ am Mittelfeldtalent haben. Gleiches gelte für die englischen Topklubs FC Chelsea und Manchester City.

De Jong war im Sommer 2015 für 450.000 Euro von Willem II nach Amsterdam gewechselt. Nach eineinhalb weiteren Leihjahren bei seinem Heimatklub empfahl sich der heute 20-Jährige über die Reservemannschaft für die Ajax-Profis. Mittlerweile ist er fester Bestandteil des Teams von Trainer Marcel Keizer.

Probleme mit Keizer?

Zu seinem Coach hat de Jong aber offenbar nicht das allerbeste Verhältnis. Beim jüngsten 5:1-Erfolg gegen Roda Kerkrade wurde der Rechtsfuß erst zur Pause eingewechselt – um im Anschluss die Partie mit gleich drei Assists beinahe im Alleingang zu entscheiden. Im Anschluss merkte er jedoch an, dass er sich in einer Phase befindet, in der er „spielen muss“.

De Jong erklärte: „Das ist mein Gefühl und darum muss ich auch kein Geheimnis machen. Die Entscheidung liegt beim Trainer, aber ich weiß nicht, was ich noch mehr tun kann.“ Bislang reichte es in der laufenden Spielzeit immerhin zu 13 Pflichtspieleinsätzen. Ein Tor und sieben Vorlagen stehen für den Spielmacher zu Buche.

Technisch perfekt

An Talent mangelt es dem fünffachen U21-Nationalspieler der Niederlande freilich nicht. De Jong verfügt über eine äußerst sehenswerte Technik und liebt es, seine Mitspieler mit Schnittstellenpässen in Szene zu setzen. Ob er jedoch körperlich schon auf dem Niveau ist, um in der Bundesliga oder gar der Premier League mitzuhalten, ist fraglich.

FT-Meinung: Ist de Jong tatsächlich auf der Suche nach mehr Spielpraxis, ist ihm ein Wechsel nach München, London oder Manchester nicht wirklich zu empfehlen. Zu stark wäre die Konkurrenz bei den Topteams. Realistischere Chancen hätte der Youngster da schon in Leipzig, das im Sommer einen Nachfolger für Naby Keïta braucht, und beim HSV. Die Hanseaten schlugen zuletzt einen Jugendtrend ein, der innerhalb der Stadt auf große Zustimmung trifft. De Jong könnte da ins Konzept passen. Dass Jens Todt und Co. den niederländischen Markt beobachten, beweist der jüngste Transfer von Rick van Drongelen an die Elbe.