In der vergangenen Woche nahm Antonio Rüdiger nicht am Training des VfB Stuttgart teil, um seinen Wechsel auf den Weg zu bringen. Weil der 22-Jährige aber mit leeren Händen zurückkehrte, stieg er in dieser Woche wieder ein. Eine Entscheidung, die Sportvorstand Robin Dutt mittlerweile bereuen dürfte. Denn Rüdiger fällt mit einer Knieverletzung nun vier Wochen aus.

Es handelt sich um einen kleinen Eingriff, der keine lange Ausfallzeit zur Folge hat. Alle Beteiligten sind sich darüber einig, dass die Gesundheit des Spielers und dessen schnelle Genesung im Vordergrund stehen“, versucht Dutt, der Hiobsbotschaft nicht allzu viel Gewicht beizumessen. In Wahrheit bringt die Operation den VfB aber mächtig in die Bredouille.

Coach Alexander Zorniger machte schon vergangene Woche öffentlich deutlich, dass er sich endlich Klarheit bei der Besetzung der Innenverteidiger-Positionen wünscht. Die Erfüllung dieser Forderung ist nun in weite Ferne gerückt. Denn solange Rüdiger nicht verkauft ist, fehlen die finanziellen Mittel, um einen neuen Mann zu holen. Ganz oben auf der Liste steht Héctor Moreno von Espanyol Barcelona. Dutt bleiben also nur zwei Möglichkeiten übrig, die beide nicht sonderlich verlockend erscheinen.

Traufe oder Regen?

Erste Option: Dutt senkt den Preis für Rüdiger drastisch und bringt den Transfer trotz der Verletzungspause über die Bühne – der VfL Wolfsburg könnte in diesem Fall der Gewinner sein. Gleichzeitig wäre Dutt aber der Verlierer, denn es stünde der Vorwurf im Raum, dass er sich verpokert hat und nun klein beigibt.

Zweite Option: Dutt hält die Füße still und hält seine Ablöseforderung von rund 18 Millionen Euro aufrecht. In diesem Fall ist die Chance groß, dass Rüdiger dem VfB erhalten bleibt oder erst kurz vor Ablauf der Transferphase wechselt. Coach Zorniger müsste dann die gesamte Vorbereitung mit den zwei verbliebenen etatmäßigen Innenverteidigern Timo Baumgartl und Georg Niedermeier auskommen. Sollte Rüdiger zudem spät seine Koffer packen, verkompliziert sich die Suche nach einem geeigneten Nachfolger enorm. Zumal die abgebenden Vereine die Not des VfB dann genau kennen und die Preise besonders hoch ansetzen.

Fazit: Der Ausfall von Rüdiger kommt für den VfB zum ungünstigsten aller denkbaren Zeitpunkte. Die hervorragende Verhandlungsposition der Schwaben hat sich innerhalb kürzester Zeit drastisch verschlechtert. Für Dutt geht es nun darum, die Lösung zu finden, die das kleinste Übel darstellt.