Die T-Frage bei der Nationalmannschaft schlägt nach wie vor hohe Wellen. Während sich die beiden Protagonisten Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen vorerst nicht mehr zu der Thematik äußern wollen, ergreifen nun Neuers Bosse beim FC Bayern das Wort.

Ich finde es einen Witz, wie mit Manuel Neuer umgegangen wird“, poltert Präsident Uli Hoeneß nach dem Champions League-Sieg der Bayern gegen Roter Stern Belgrad (3:0) im Gespräch mit Pressevertretern, „Ter Stegen hat überhaupt keinen Anspruch, dort zu spielen. Manuel Neuer ist die Nummer eins. Er ist für viele Jahre der beste Torhüter der Welt gewesen. Es gibt gar keine Diskussion, dass nur er die Nummer eins sein kann.

„Kriegen ständig Theater vom DFB“

Der 67-Jährige holt bei der Gelegenheit zur DFB-Generalkritik aus: „Ich hätte mehr Unterstützung vom DFB erwartet. Wir kriegen ständig Theater vom DFB. Erst die Ausbootung der drei (Thomas Müller, Jérôme Boateng, Mats Hummels, Anm. d. Red.), jetzt dasselbe mit Manuel Neuer. Dass die das zulassen, dass ein Spieler in die Öffentlichkeit geht, mit etwas, was er nur mit Jogi Löw zu besprechen hat.

Wir werden jetzt den Leuten beim DFB ein bisschen Feuer geben, das können wir“, kündigt Hoeneß an. Selbiges tat vor ihm schon Karl-Heinz Rummenigge am ‚Sky‘-Mikrofon: „Was mir nicht gefällt in der Geschichte, ist das Verhalten des DFB. Da wird nie so richtig Klartext gesprochen. In der Öffentlichkeit lässt man das wabern, und es wird zum Teil auf dem Rücken von Manuel ausgetragen. Das finde ich nicht fair.

„Diskussion darf nicht stattfinden“

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel ergriff dann auch Niko Kovac das Wort – natürlich pro Neuer: „Diese Diskussion darf überhaupt nicht stattfinden. Wenn man nicht gut hält, okay. Aber nicht so. Wir reden über einen Top-Spieler, der über zehn Jahre im Tor der Nationalmannschaft steht, der alles gewonnen hat mit seinen Teams und viermal Welttorhüter war.

Nach der denkwürdigen Grundgesetz-Pressekonferenz ist es die nächste koordinierte Attacke der Bayern-Verantwortlichen, um sich vor die eigenen Spieler zu stellen. Man darf gespannt sein, wie der DFB um Bundestrainer Joachim Löw auf die markigen Worte reagiert.