Bei Schalke 04 steht Roman Neustädter seit 2012 unter Vertrag und kam seitdem in jeder Saison auf mindestens 29 Bundesligaeinsätze. Eigentlich ist das die Statistik eines unverzichtbaren Führungsspielers. Diesen Status aber erreichte Neustädter in Gelsenkirchen nie. Das mag am wenig spektakulären Spiel des 28-Jährigen liegen, der sowohl im defensiven Mittelfeld als auch in der Innenverteidigung in erster Linie für die Balance zuständig ist, Gefahren antizipiert und das Spiel der eigenen Mannschaft ordnet.

Dennoch darf bezweifelt werden, dass Neustädter auf Schalke eine Zukunft über den 30. Juni hinaus hat. Zumindest hat sich Neu-Manager Christian Heidel noch nicht klar positioniert, ob Gespräche mit dem russischen Nationalspieler geführt werden sollen. Dafür weckte der gebürtige Ukrainer bereits seit Monaten das Interesse zahlreicher anderer Klubs. Im Frühjahr wurde das Interesse des FC Arsenal und Tottenham Hotspur kolportiert, zuletzt trudelten vor allem Angebote aus Russland für Neustädter ein.

Zenit St. Petersburg, ZSKA Moskau – glaubt man russischen Medienberichten, dann könnte sich Neustädter, der derzeit mit der ‚Sbornaja‘ an der EM in Frankreich teilnimmt, einen sportlich und finanziell lukrativen Arbeitgeber aus Russland aussuchen. Wenn er denn will. Denn Interesse gibt es offenbar auch aus der Serie A. Wie der italienische ‚Sky‘-Journalist Gianluca Di Marzio berichtet, hat sich kürzlich der AC Florenz nach den Rahmenbedingungen einer Verpflichtung erkundigt. Deutlich konkreter ist allerdings das Interesse von Galatasaray. Nach Informationen der türkischen Sportzeitung ‚Fanatik‘ hat ‚Gala‘ Neustädter bereits einen Vierjahresvertrag offeriert, der ihm pro Jahr zwei Millionen Euro Gehalt einbringen würde.

FT-Meinung: Für Neustädter steht nach der EM eine Grundsatzentscheidung an: Hofft er darauf, dass er als erfahrener und ablösefreier Spieler bei der EM auf sich aufmerksam machen kann und konkrete Angebote ambitionierter Vereine aus einer europäischen Topliga für ihn eintrudeln? Oder reizt ihn doch eher das Paket, das ihm etwa Galatasaray oder russische Vereine schnüren können? International würde er dort in den nächsten Jahren mit großer Sicherheit spielen, finanziell sind die Offerten ebenfalls lukrativ.