Uli Hoeneß machte es kurz: „Ich sage heute nur einen Satz: Der FC Liverpool hat verdient gewonnen.“ Womit der Präsident des FC Bayern recht hat. Einen ungefährdeteren Sieg einer Auswärtsmannschaft in München gab es lange nicht. Der FC Bayern muss der bitteren Realität ins Auge sehen und feststellen, dass einige englische Topklubs ihm mittlerweile den Rang abgelaufen haben.

Trainer Niko Kovac hatte einen „sehr, sehr starken Gegner“ gesehen und eingeräumt, dass seinem Team die „Grenzen aufgezeigt“ wurden. Mats Hummels sah das ein bisschen anders. „Zu gut“ sei Liverpool nicht gewesen, sagte der Innenverteidiger, man selbst habe „fußballerisch nicht sauber genug“ agiert. Hummels betonte: „Im Nachhinein wäre es vielleicht anders ausgegangen, wenn wir aktiver gewesen wären.“

„Andere Begebenheiten täten uns gut“

Kovac machte er auch einen indirekten Vorwurf: „Wir haben eine gewisse Spielweise, die gegen pressende Mannschaften nicht immer zum hundertprozentigen Erfolg führt. Da täten uns ein, zwei andere Begebenheiten in unserem Spiel ganz gut.“ In eine ähnliche Kerbe schlug auch Robert Lewandowski. Sein Trainer bemängelte, dass man den Stürmer „nicht ins Spiel“ bekommen habe.

Das lag laut dem Polen daran, dass die Bayern „weniger riskiert haben, nach vorne zu spielen“. Lewandowski kritisierte: „Wir haben zu defensiv gespielt. Wir hatten zu wenig Chancen.“ Tatsächlich hatte man eine solch zaghafte Bayern-Mannschaft in den vergangenen Jahren nur sehr selten gesehen. Der spätestens nach dem 1:2 zu erwartende Sturmlauf blieb völlig aus. Hummels resümierte: „Das 1:2 hat bei uns den Glauben genommen. Danach war Liverpool ohne jeden Zweifel die bessere Mannschaft.“ Wie in den 68 Minuten zuvor auch schon.