Im Sommer 2014 wechselte Adrien Trebel vom FC Nantes in die belgische Jupiler Pro League zu Standard Lüttich. Mit dem Versprechen, nach zwei Spielzeiten den Klub wechseln zu dürfen, avancierte Trebel zu einem sehr gefragten Mittelfeldspieler. Doch im Sommer kam es anders als mit dem Spieler und seinem Berater verabredet, zu einer Absage. Und das, obwohl konkrete Anfragen für den 25-Jährigen vorlagen. Ein halbes Jahr später hat der KAA Gent sein Interesse hinterlegt. Doch die Klubverantwortlichen aus Lüttich verweigern erneut die Freigabe. Das Angebot sei nicht adäquat. Die Folge: Trebel erschien nicht zum Abflug ins Trainingslager und lässt seine Situation dadurch endgültig zur Transfer-Posse verkommen.

Laut seinem Berater liegt der Grund dafür in den finalen Transfergesprächen mit einem potenziellen Abnehmer für den wechselwilligen Mittelfeldmotor: „Wir denken, dass wir schnellstmöglich Klarheit schaffen sollten und kein falsches Spiel spielen möchten. Jeder in Belgien weiß, dass Adrien bei Lüttich zum Verkauf steht und Adrien hat das Gefühl, dass es der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel ist. Außerdem wurde durch die Entbindung vom Kapitänsamt ein deutliches Signal von Vereinsseite in Richtung Spieler und an die Außenwelt kommuniziert.

Führt Trebels Weg in die Bundesliga?

Nach Informationen von FT wurde Trebel unter anderem auch Mainz 05 angeboten. Bei den 05ern könnte der Linksfuß die Nachfolge des für 12,5 Millionen Euro an den VfL Wolfsburg verkauften Yunus Malli antreten. Auch wenn dem Franzosen viele Vorschusslorbeeren vorauseilen, ist Trebel kurzfristig vor allem in Bezug auf seine Offensivqualitäten kein Malli-Ersatz. Die Transfergerüchte um den 1,74-Meter-Mann halten sich hartnäckig. Doch die teils undurchsichtigen Vereinbarungen zwischen den verschiedenen Parteien könnten letztendlich einen Wechsel zu den Rheinhessen verhindern.

Neben Mainz 05 hat auch der Hamburger SV Interesse. Auch der 1. FC Köln hat bereits angefragt, das Werben aber nicht weiter forciert. Der HSV befindet sich seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem Mittelfeldstrategen, der als Verbindungsstück zwischen Offensive und Defensive auf der einen Seite Stabilität, aber auch spielerische Elemente in das Spiel des Bundesliga-Dinos bringt.

Trebel hofft auf den Durchbruch in den Verhandlungs-Gesprächen

Standard hat die generelle Bereitschaft und die Zustimmung für einen Transfer innerhalb Belgiens oder ins Ausland gegeben. Weder Adrien noch ich, sondern Standard ist der Ansprechpartner für die Verhandlungen. Warum sollte Adrien mit ins Trainingslager reisen, wenn er lediglich auf den finalen Durchbruch in den Verhandlungen wartet“, stellt der Berater klar, „Adrien schmollt nicht, er ist am Anfang der Saison geblieben obwohl es eine Vereinbarung mit Lüttich gab, dass er die Freigabe erhalten wird. Dadurch hat er letztendlich ein hochdotiertes Angebot aus den Emiraten ablehnen müssen.“

Der Agent hofft indes auf eine baldige, unkomplizierte Lösung der Causa Trebel: „Bruno Venanzi (Vorstandsvorsitzender von Standard Lüttich, Anm. d. Red.), Adrien und ich kennen die Fakten, die Chronologie und die Unternehmungen, um ihn zu verkaufen. Wir brauchen keine Probleme über die Presse konstruieren. Wir warten auf das Management und hoffen auf eine Einigung, die allen Parteien gegenüber respektvoll abläuft.“ Ob der Weg tatsächlich in die Bundesliga führt, wird sich in den nächsten Tagen klären – so hoffen zumindest Trebel und sein Agent.