China, USA oder Vereinigte Arabische Emirate – viele Altstars, die am Ende der Karriere noch einmal eine neue Herausforderung suchen, verschlägt es in die Profiligen dieser Länder. Unter anderem auch deshalb, weil man dort mitunter gutes Geld verdienen kann.

Weder aus finanziellen Gründen noch um sich aufs Altenteil zurückzuziehen, hat David Odonkor nach einer knappen Saison bei Alemannia Aachen den Weg in die Ukraine zum Aufsteiger Goverla-Zakarpattia Uzhgorod gewählt. Fernab der deutschen Heimat und der festgefahrenen Meinungen über seine Spielweise wollte der 28-Jährige einen Neuanfang wagen. Unterschrieben hat der 16-malige Nationalspieler einen Einjahresvertrag plus Option auf eine weitere Saison.

Zumindest statistisch gesehen entpuppt sich das Abenteuer als erfolgreich. Zwei Treffer und drei Torvorlagen stehen für Odonkor im bisherigen Saisonverlauf zu Buche. Unter Trainer Oleksandr Sevidov spielt der trotz diverser Verletzungen immer noch pfeilschnelle Rechtsaußen eine wichtige Rolle in der Offensive.

Auch wenn die beiden zuletzt aneinandergerieten, als der Ukrainer Odonkor nach knapp einer Stunde vom Feld nahm. „Ich war nicht müde“, versicherte der Deutsche im Anschluss an das 1:1 gegen den Abstiegskonkurrenten Karpaty Lviv vor wenigen Wochen. Dennoch sah sich Goverla genötigt, ein Statement des Trainers zu veröffentlichen: „Ich habe die Stimme gegenüber Odonkor erhoben, weil der Coach entscheidet, wer auf dem Platz steht, wer im ersten Team spielt, wer ein- und wer ausgewechselt wird“, begründete Sevidov die Auseinandersetzung. Inzwischen sei aber wieder alles bereinigt.

Fazit: Als wertvolle Erfahrung kann Odonkor seinen Aufenthalt in der ukrainischen Provinz mindestens verbuchen. Sportlich bewegt sich Goverla sicherlich auf überschaulichem Niveau. Doch womöglich ist das für den WM-Helden von 2006 immer noch deutlich besser, als mit der Alemannia in der dritten Liga gegen den Abstieg zu spielen.



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