CL-Achtelfinale: Die Top-Elf der Rückspiele

Drei von vier deutschen Mannschaften mussten im Champions League-Achtelfinale die Segel streichen. Einzig der FC Bayern schaffte den Sprung in die nächste Runde. Platz in der Top-Elf ist aber auch für einige Schalker, die beim 4:3-Triumph im Bernabéu eine grandiose Vorstellung ablieferten.

Tévez, Sané und Ribéry glänzten in der Königsklasse
Tévez, Sané und Ribéry glänzten in der Königsklasse ©Maxppp

Tor

Joe Hart (Manchester City): Großchancen fast im Minutentakt machte der englische Schlaks bei der 0:1-Niederlage gegen ‚Barça‘ zunichte. Ob nun Messi, Suárez oder Neymar – sämtliche Superstars der Katalanen fanden in Hart ihren Meister. Dass City zu keinem Zeitpunkt Chancen auf das Weiterkommen hatte, lag zu allerletzt an dem oft kritisierten Schlussmann.

Abwehr

Marquinhos (Paris St. Germain): Auf ungewohnter Rechtsverteidiger-Position musste der 20-jährige Brasilianer gegen Chelsea ran. Kein Geringerer als der belgische Superstar Hazard wartete dort auf ihn. Und Marquinhos löste diese Mammutaufgabe wie ein alter Hase. Edeltechniker Hazard, der per Elfmeter traf, nahm er nahezu komplett aus dem Spiel und hatte darüber hinaus noch Zeit, sich in die Offensive einzuschalten.

David Luiz (Paris St. Germain): Dass er von 2011 bis 2014 an der Stamford Bridge kickte, störte den emotionalen Brasilianer bei seinem zwischenzeitlichen Ausgleich wenig. Warum auch? Man wird seiner Freude ja wohl noch gebührend Ausdruck verleihen dürfen. Gefühlsbetont war auch Luiz' Duell mit Gegenspieler Costa. Mehrfach standen die beiden am Rande einer Schlägerei – zum Zuschauen ein Genuss. Schon alleine deshalb gebührt Luiz ein Platz in der Top-Elf.

Holger Badstuber (FC Bayern München): Selbst erklärte Bayern-Feinde dürfte es freuen, dass der Innenverteidiger nach so langer Leidenszeit wieder auf dem Platz steht. Beim lockeren 7:0 über Shakhtar Donetsk verlebte Badstuber defensiv einen geruhsamen Abend, konnte dafür aber mit präzisem Passspiel glänzen. Seinen ersten Champions League-Treffer feierte er dann zwar etwas unorthodox, dafür aber mit ehrlicher Freude.

Christian Fuchs (Schalke 04): Die Schalker schlitterten bei Real Madrid denkbar knapp an einer Sensation vorbei. Wer hätte das nach dem Hinspiel gedacht? Dabei fiel vor allem der Mut auf, mit dem die Außenverteidiger immer wieder nach vorne stürmten. Besonders Fuchs, der mit dem frühen 1:0 die Hoffnung auf Seiten von Königsblau aufkeimen ließ. Mal so nebenbei nahm der Österreicher auch noch Gegenspieler Bale völlig aus der Partie.

Mittelfeld

Marco Verratti (Paris St. Germain): Ein Genuss, dem kleinen Techniker beim Fußballspielen zuzuschauen. Gegen Chelsea war Verratti in der Mittelfeld-Zentrale der Pariser Dreh- und Angelpunkt. Vor allem nach der harten Roten Karte gegen Ibrahimovic riss der Italiener das Spiel an sich. Auch ohne direkte Torbeteiligung einer der großen Helden der Achtelfinal-Rückspiele.

Max Meyer (FC Schalke 04): Auch wenn Real beim 3:4 gegen die ‚Knappen‘ in der Defensive quasi körperlos agierte, kann man Meyers Leistung gar nicht hoch genug bewerten. Der 19-Jährige forderte im Santiago Bernabéu fast jeden Ball, war brandgefährlich im Dribbling und spielte tolle Pässe. Auf europäischer Ebene lieferte Meyer gegen die ‚Königlichen‘ sein Meisterstück – auch wenn es am Ende ganz knapp nicht zum Weiterkommen reichte.

Héctor Herrera (FC Porto): Dass der Mexikaner nicht nur ein herausragender Balleroberer und starker -verteiler, sondern auch ein klasse Distanzschütze ist, wies er beim 4:0-Erfolg gegen den FC Basel eindrucksvoll nach. Sein zwischenzeitliches 2:0 war ein echter Leckerbissen. Fußballerisch eine bärenstarke Leistung des Mittelfeld-Motors.

Angriff

Franck Ribéry (FC Bayern München): Eigentlich war die Partie gegen Shakhtar schon nach rund drei Minuten gelaufen, als Innenverteidiger Kucher mit Rot vom Platz musste. Im Anschluss agierten die Bayern fast wie im Trainingsspiel, ließen Ball und Gegner laufen. Für die zwischenzeitlichen Highlights sorgte zumeist Ribéry, der mit Gegenspieler Srna Katz und Maus spielte.

Carlos Tévez (Juventus Turin): Der Argentinier verkörpert den Schuss Extraklasse in der Offensive, der Juve in den vergangenen Champions League-Jahren fehlte. Gegen den BVB erzielte er – wenn auch unter gnädiger Mithilfe von Weidenfeller – einen Doppelpack. Dazu bereitete er das Tor von Sturmkollege Morata uneigennützig vor. Von den Dortmunder Abwehrspielern über 90 Minuten nicht einzufangen.

Leroy Sané (FC Schalke 04): Bei einem Champions League-Debüt vor 70.000 Zuschauern im Bernabéu wäre es keine Schande, wenn man ein wenig eingeschüchtert wäre. Doch Sané war alles andere als das. Als er nach 30 Minuten für den verletzten Choupo-Moting ins Spiel kam, war der 19-Jährige direkt auf Betriebstemperatur. Sein Treffer zum 3:3 erinnerte stark an Bayern-Star Robben. Es scheint ganz so, als dürften sich die Schalker das nächste vielversprechende Eigengewächs auf die Fahnen schreiben.

Auf der Bank

Danijel Subasic (AS Monaco), Leonardo Bonucci (Juventus Turin), Yacine Brahimi (FC Porto), Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke 04)

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