Yves Bissouma: Der beste Mittelfeldspieler der Premier League?

Auf die Frage, wer der beste Mittelfeldspieler der Premier League sei, nennt Yves Bissouma sich selbst. Grund genug für FT, auf die Stärken und Schwächen des 25-Jährigen einmal genau einzugehen.

Yves Bissouma (r.) kämpft mit Fabinho um den Ball
Yves Bissouma (r.) kämpft mit Fabinho um den Ball ©Maxppp

Sucht man den besten Mittelfeldspieler der Premier League, fallen sofort Namen wie Kevin De Bruyne (30) von Manchester City oder Paul Pogba (28) von Stadtrivale United. Fragt man jedoch bei Yves Bissouma von Brighton & Hove Albion nach, so hat dieser seine ganz eigene Meinung. „Ich möchte nicht arrogant sein, aber ich bin es, weil ich in meinem Kopf daran arbeite, der Beste zu sein“, erklärt der 25-Jährige gegenüber ‚BBC Sports‘ und liefert seine Erklärung gleich mit: „Ich weiß, dass es in der Premier League viele gute Mittelfeldspieler gibt, aber für mich bin ich es, weil das mir das Selbstvertrauen und die Energie gibt, hart zu arbeiten.“

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Nun ist Bissouma dem gängigen Fußballfan hierzulande eher kein Begriff. Darum stellt FT den mit einem gesunden Selbstvertrauen ausgestatteten Mittelfeldspieler einmal vor.

Über Frankreich auf die Insel

Seine fußballerische Laufbahn startete der in der Elfenbeinküste geborene Rechtsfuß in Mali, wo er auch aufwuchs. Dort wurde 2016 der OSC Lille auf den begabten Nachwuchskicker aufmerksam und holte ihn zunächst für die Zweitvertretung. Da Bissouma dieser aber schnell entwuchs, winkte bereits vier Monate später die Beförderung ins Profiteam, für das er in seiner ersten Saison auch gleich 26 Spiele absolvierte.

Nach einer starken zweiten Spielzeit, in der der 18-malige Nationalspieler Malis endgültig zum unentbehrlichen Stammspieler reifte, folgte 2018 der Schritt in die Premier League. Brighton & Hove Albion legte 17 Millionen Euro für den damals 21-Jährigen hin und stattete ihn mit einem Fünfjahresvertrag aus.

Keine Startschwierigkeiten

Viel Anlaufzeit benötigte Bissouma wieder nicht, kam in seiner ersten Saison zugleich auf wettbewerbsübergreifend 34 Spiele und setzte diesen Trend in den Folgejahren fort. Kein Wunder also, dass ihm abgelaufenen Transferfenster englische Größen wie Tottenham Hotspur, Manchester City und der FC Liverpool mit dem zentralen Mittelfeldspieler in Verbindung gebracht wurden.

Zu einem Transfer kam es nicht, da angesichts seines bis 2023 laufenden Arbeitspapiers Brighton noch alle Zügel in der Hand hält. Spätestens nächsten Sommer müssen sich aber auch die Seagulls Gedanken über einen Verkauf machen. Der Schritt zu einem Topklub winkt.

Wie für die Premier League gemacht

Mit seinem Spielstil ist Bissouma wie geschaffen für den schnellen und robusten englischen Fußball. Immer wieder schafft er es, sich mit einer für einen Spieler seiner Statur unüblichen filigranen Bewegungen aus Drucksituationen zu befreien, der Griff zur prall gefüllten Trickkiste liegt dabei nicht fern. Aber auch in der Abwehrarbeit weiß der Box-to-Box-Spieler seine 1,82 Meter immer wieder geschickt einzusetzen. Zudem glänzt er mit einem guten Timing bei Dribblings und Grätschen.

Wer mit 25 noch nicht in der europäischen Elite angekommen ist, hat aber natürlich auch seine Schattenseiten. Diese liegen bei Bissouma auf der Hand: Die fehlende Klarheit in seinen Aktionen. Zwei Tore und eine Vorlage in 90 Premier League-Spielen sprechen eine klare Sprache.

Zu oft verdribbelt sich der Mittelfeldspieler im letzten Drittel, zu oft trifft er die falsche Entscheidung. Nun ist ein Spieler seiner Position nicht vornehmlich für die Scorerwerte in der Mannschaft verantwortlich, schaut man sich aber an, wie gerne und oft Bissouma sich offensiv mit einschaltet, ist seine Quote doch ziemlich schwach.

Selbstvertrauen als Stärke

Ändern wird dies jedoch wohl nichts daran, dass der Westafrikaner eher früher als später den nächsten Schritt gehen wird, zu ideal sind seine physischen Voraussetzungen. Darüber ob er tatsächlich der beste Mittelfeldspieler der Premier League ist, lässt sich sicherlich streiten. Solange es Bissouma aber hilft, seinen Weg weiter zu bestreiten, spricht sicherlich nichts gegen seine Ansicht. Ein bisschen Selbstvertrauen hat schließlich noch niemandem geschadet.

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