Supertalent Thill: Bayern hat nicht aufgegeben

Nur zu gerne hätte der FC Bayern das luxemburgische Ausnahmetalent Vincent Thill an die Säbener Straße gelockt. Der Deal scheiterte auf der Zielgeraden. Doch die Personalie steht weiterhin dick im bayrischen Notizblock, wie FT erfuhr.

Vincent Thill (r.) steht weiterhin ganz oben auf der Bayern-Liste
Vincent Thill (r.) steht weiterhin ganz oben auf der Bayern-Liste ©Maxppp

Im Kampf gegen die superreichen englischen Klubs ist auch der FC Bayern München gezwungen, Nischen zu finden. Verstärkt legt die Sportliche Führung den Scouting-Fokus auf junge Talente, die sich an der Säbener Straße bei idealem Verlauf zu Weltstars entwickeln sollen. Dass diese Maßnahme bereits Früchte trägt, belegen die Verpflichtungen von Spielern wie Kingsley Coman, Joshua Kimmich und Renato Sanches, die in München vor einigen Jahren noch unter dem Radar durchgerutscht wären.

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Ein Supertalent, das im Sommer eigentlich ebenfalls zum FC Bayern wechseln sollte, ist Vincent Thill. Der 16-jährige Luxemburger vom FC Metz hat bereits sechs A-Länderspiele absolviert, ist ein begnadeter Linksfuß und gilt unter Europas Scouts als eines der größten Juwele der vergangenen Jahre. Vor einigen Monaten, als die Münchner anklopften, hätte Thill sich für einen Wechsel durchaus begeistern können. Letztlich scheiterte der Deal allerdings an den finanziellen Vorstellungen des FC Metz, wie Thills Berater Didier Philippe im Gespräch mit FT verrät:

Bayern hatte eigentlich damit gerechnet, dass sie ihn für eine nette Summe bekommen, aber es gab keine Übereinkunft mit dem, was Metz forderte. Der Deal platzte dann tatsächlich aus finanziellen Gründen. Aber ich denke, im Endeffekt war es gut, dass Vincent seinen ersten Profivertrag in Metz unterzeichnet hat. Es war das Ergebnis einer Entwicklung und es gab ausreichend Gründe, im Sommer in Metz zu bleiben.“

Neuer Versuch im nächsten Sommer

Sportlich läuft es seitdem ganz gut für Thill, der im September gegen Girondins Bordeaux (0:3) als erster in den 2000ern geborener Youngster sein Debüt in der Ligue 1 feierte. Bei den insgesamt acht Einsatzminuten ist es zwar bislang geblieben, doch es gilt als eine Frage der Zeit, bis Thill den großen Durchbruch schaffen wird.

Ob er dann noch im beschaulichen französischen Nordosten die Schuhe schnüren wird, ist fraglich. Denn der FC Bayern hat das Rennen um den Luxemburger, der im Mai bis 2019 unterschrieben hat, lange noch nicht aufgegeben. Gleiches gilt für Real Madrid und andere europäische Spitzenklubs. „Dass der Spieler auch bei Real auf der Liste steht, ist bestätigt. Die Akte liegt auf dem Schreibtsch von Zinedine Zidane“, verrät Philippe, „dass ich einen direkten Anruf von ihm bekommen habe, kann ich nicht bestätigen. Aber es sind nicht nur Bayern und Real interessiert, sondern auch viele andere Klubs. Es ist schließlich nicht alltäglich, dass ein 16-Jähriger schon in der Ligue 1 spielt. Das weckt Interesse.“

Wie es nun weitergeht, ist relativ offen. Der U19-Coach des FC Metz, Sébastien Mute, der Thill auch noch zeitweise unter seinen Fittichen hat, empfiehlt indirekt einen Verbleib in Lothringen. „Es liegt noch viel Arbeit vor ihm“, so Mute, der vor allem auf die körperliche Entwicklung des 1,70 Meter kleinen Technikers verweist. Klar ist: Allzu lange wird Thill seine Fußballschuhe voraussichtlich nicht mehr für Metz schnüren. Wann der Schritt zu einem Topklub erfolgt, ist allerdings nicht vorauszusehen. Die Bayern hoffen dann auf den Zuschlag – und werden den Deal wohl nicht noch einmal an der Ablöse scheitern lassen.

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