Rodri unter Pep: Gesucht und gefunden

In Mitten der vielen Spekulationen um die Zukunft von Leroy Sané ging beinahe unter, dass Manchester City in diesem Sommer selbst einen Top-Transfer landete. Der Spanier Rodri könnte sich als bislang fehlender Mosaikstein erweisen.

Rodri (r.) im Zweikampf mit Roberto Firmino
Rodri (r.) im Zweikampf mit Roberto Firmino ©Maxppp

Der Druck ist hoch auf den Schultern eines 70-Millionen-Mannes, sollte man meinen. Doch Rodri ließ sich davon bei seinem Pflichtspieldebüt für Manchester City im Community Shield gegen den FC Liverpool (6:5 n.E.) nichts anmerken.

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Als wäre der Neuzugang von Atlético Madrid schon seit einer Ewigkeit Denker und Lenker des englischen Meisters, forderte Rodri jeden Ball, verteilte ihn geschickt und war auch im Zweikampf präsent.

„Unglaubliches Spiel“

Entsprechend groß fiel im Anschluss das Lob des Trainers aus. „Das war vielleicht die härteste Prüfung, die er hätte haben können“, sagte Pep Guardiola mit Blick auf die dauerpressenden Liverpooler und konstatierte: „Er hat ein unglaubliches Spiel gemacht.“

Mit Rodri hat Guardiola nach dreijähriger Suche endlich seinen bevorzugten Spielertypen für die Sechserposition gefunden. In Barcelona machte der Katalane Sergio Busquets zum Weltklassemann, in München bekam er mit Xabi Alonso einen fertigen Star.

Rodri, der Medio Centro

Spieler also, die ein Spiel durch ihre Passsicherheit und Übersicht beherrschen, gleichzeitig aber auch mal zulangen können. Spieler, die als alleiniger Sechser agieren können. In Spanien nennt man sie Medio Centro.

Bislang nahm Guardiola mit Fernandinho als Medio Centro Vorlieb – am kraftvollen Brasilianer fand er auch durchaus Gefallen. Mit Busquets oder Alonso ist der 34-Jährige aber nicht zu vergleichen. Anders als Rodri, der mitunter als eine Mischung aus beiden beschrieben wird.

Bayern gingen leer aus

Natürlich muss der 23-Jährige erst noch nachhaltig beweisen, dass er mit seinen weltmeisterlichen Landsmännern in einem Atemzug genannt werden kann. Dass er das Zeug dazu hat, deutete der im Sommer auch von den Bayern umworbene Spanier gegen Liverpool aber schon mehr als an.

Fand im Übrigen auch Kevin de Bruyne, dem Rodri den Rücken freihielt. „Er hat das sehr gut gemacht“, lobte der Belgier, der in seinem neuen Mitspieler, „die optimale Verstärkung“ für City sieht.

Genau wie sein Trainer, dem Rodri dabei helfen soll, endlich die Champions League für die Skyblues zu gewinnen. Druck empfindet der 70-Milliionen-Mann ja ohnehin nicht, also wird das ja wohl nicht zu viel verlangt sein.

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