Bale-Gala: Viel zu gut, um aufzuhören

Gareth Bale blüht bei der EM auf, dem Vereinsfußball schien er dagegen schon abgeschworen zu haben. Aber: Ein Happy End bei Real Madrid ist mittlerweile wieder realistischer.

Gareth Bale schreit seine Freude heraus
Gareth Bale schreit seine Freude heraus ©Maxppp

Gareth Bale und das Business Profifußball: Die ganz große Liebe war es in den vergangenen Jahren nicht mehr. „Es ist, als würdest du dein Leben in gewisser Art verlieren. Wir sind hier nur Roboter“, klagte der Superstar schon 2019. Ganz anders sieht das aber aus, wenn Bale das Trikot seines Landes überstreift.

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Auch bei dieser Europameisterschaft ist der Flügelstürmer die erwartet dominante Figur im Spiel der walisischen Mannschaft. Und beim gestrigen 2:0 gegen die Türkei bewies Bale eindrucksvoll, was auch nach schwierigen Jahren bei Real Madrid und Tottenham Hotspur noch in ihm steckt.

Zwei Traum-Assists

Zwar verschoss der 31-Jährige einen selbst herausgeholten Elfmeter – erwischte ansonsten aber einen absoluten Sahnetag. Die beiden walisischen Treffer durch Aaron Ramsey und Connor Roberts bereitete Bale malerisch vor, jeder Angriff lief über den Linksfuß und hätte Ramsey einen besseren Abschluss gehabt, stünden noch mehr Assists auf Bales Konto.

Wer dem Modellathleten bei dieser EM beim spielen zusieht, kann kaum fassen, dass zuletzt schon Gerüchte über ein Karriereende die Runde machten. Stand jetzt muss Bale nach seiner Leihsaison bei Tottenham (33 Spiele, 14 Tore) zurück zu Real Madrid, wo er zuvor durch lapidare Arbeitsauffassung in Ungnade gefallen war.

Ancelotti zurück

Doch der Trainer der Königlichen heißt nun nicht mehr Zinedine Zidane, sondern erneut Carlo Ancelotti. Und der Italiener war es, der Bale 2013 als Rekordtransfer ins Bernabeu lockte. Auf Anhieb gewann man zusammen die Champions League. Bales persönliche Bilanz unter Ancelotti: 92 Spiele, 70 Torbeteiligungen.

Hoffnung zur großen Trendwende auf Klubebene besteht also durchaus. Die einzige Herzensangelegenheit – und das beweist Bale bei der EM einmal mehr – bleibt aber das Nationalteam. „Wales, Golf, Madrid: In dieser Reihenfolge“, stand auf dem legendären Plakat, das die walisische Auswahl nach der erfolgreichen EM-Quali präsentierte. Diese Prioritätenliste glaubt man Bale sofort.

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