Solskjaer in der Schusslinie: Sündenbock oder Schuldiger?

In der vergangenen Saison führte Ole Gunnar Solskjaer Manchester United dank einer furiosen Rückrunde auf einen respektablen dritten Platz. Doch wie bereits im vergangenen Jahr kursieren wieder Spekulationen um eine mögliche Entlassung und potenzielle Nachfolger. Zurecht?

Ole Gunnar Solskjaer steht erneut in der Kritik
Ole Gunnar Solskjaer steht erneut in der Kritik ©Maxppp

Es ist mal wieder soweit. Nach einem schlechten Saisonstart ist Ole Gunnar Solskjaer großer Kritik ausgesetzt und muss den englischen Medien zufolge wie bereits im vergangenen Jahr um seinen Job bei Manchester United bangen. In seiner heutigen Ausgabe schreibt der ‚Express‘, dass Massimiliano Allegri als Alternativkandidat zu Mauricio Pochettino gilt, sollte Solskjaer seinen Posten räumen müssen.

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Demzufolge bereitet man sich im Hintergrund bereits auf die Zeit nach Solskjaer vor. Nach zwei enttäuschenden Heimniederlagen gegen Crystal Palace (1:3) und Tottenham Hotspur (1:6) liegen die Red Devils auf Platz 17. Je nach Verlauf könnte im November durchaus ein neuer Cheftrainer an der Seitenlinie stehen. In den kommenden zwei Wochen warten mit Chelsea, FC Arsenal und Everton drei formstärkere Teams auf United.

Opfer des Transfersommers?

Solskjaer kann der Vorwurf gemacht werden, in der bisherigen Saison nicht das volle Potenzial der Mannschaft zum Vorschein gebracht zu haben. Doch der ehemalige Torjäger ist zum Teil auch ein Sündenbock des im Vergleich zur Konkurrenz unterirdischen Transferfensters. Das Management um Ed Woodward verfehlte die ursprüngliche Zielsetzung recht deutlich.

Während beispielsweise Manchester City mit den Verpflichtungen von Rúben Dias und Nathan Aké die Baustellen in der Abwehr behob, oder Arsenal durch den Transfer von Thomas Partey die gewünschte Verstärkung für das zentrale Mittelfeld an Land zog, erfüllten sich Solskjaers Wünsche nicht – dem Vernehmen nach wurde kein Spieler von der Wunschliste des Norwegers geholt.

Ein starker Innenverteidiger-Partner für Kapitän Harry Maguire sowie ein potenzieller Starspieler für die offensive Außenbahn waren die ursprünglichen Ziele. Auf der Shortlist der Topziele standen Aston Villas Jack Grealish, Jadon Sancho sowie Dayot Upamecano und der oben gennante Aké – keiner der genannten Akteure läuft mittlerweile im United-Dress auf.

Zu lange wollte man am Old Trafford nicht wahrhaben, die Sancho-Deadline verpasst zu haben. Ein Indiz dafür geben die vier Einkäufe kurz vor Transferschluss: Edinson Cavani (33), Facundo Pellistri (18), Alex Telles (27) und Amad Diallo Traoré (18), der erst im Januar endgültig zum Verein stoßen wird, lösen bei den Fans wenig Aufbruchstimmung aus. Zumindest Telles ist immerhin als direkte Verstärkung einzustufen.

Trendwende in Sicht?

Solskjaer benötigt also mal wieder kurzfristigen Erfolg, um den langfristigen Umbau des Teams voranzutreiben. Mut dürfte immer noch die Rückrunde der Vorsaison machen, in der man neben 13 Ligaspielen ohne Niederlage auch gegen die Topteams gut aussah und punktete. Ob Donny van de Beek bei der Wende eine zentrale Rolle spielen wird, ist fraglich.

Der einzige Einkauf, der vor dem Deadline Day an Bord geholt wurde, spielt in den Überlegungen für die Startelf momentan kaum eine Rolle. Dabei zahlte United 40 Millionen Euro für die Dienste des 23-jährigen Niederländers. Der Mittelfeldspieler ist das beste Beispiel, dass die Transferplanung der Red Devils nicht Solskjaers Wünschen entsprach – Jobspekulationen einmal dahingestellt.

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