Pérez eskaliert komplett | Ronaldo weint
Real-Präsident Florentino Pérez holt auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz zum ganz großen Rundumschlag aus, die ehemalige Real-Ikone Cristiano Ronaldo wartet nach einem katastrophalen Bock weiter auf ihre erste Wüstenmeisterschaft. Die FT-Presseschau am Mittwoch.
Reals „wahnsinniger“ Präsident
„Florentino Pérez hatte seit Dezember 2015 keine Pressekonferenz mehr wie die gestrige abgehalten. Nun, wir korrigieren uns: Eine Pressekonferenz wie die gestrige hat er während seiner gesamten Amtszeit als Präsident von Real Madrid nicht abgehalten“, fasst die ‚as‘ einen denkwürdigen Abend in der Geschichte von Real Madrid zusammen und präzisiert: „Was als Ankündigung vorgezogener Vorstandswahlen gedacht war, […] entwickelte sich zu einem anhaltenden Angriff auf die Presse und bestimmte Fangruppen, die er als Schuldige einer Kampagne gegen seine Person bezeichnete.“ Der Unternehmer lieferte sich wiederholt hitzige Wortgefechte mit anwesenden Journalisten und bezichtigte Schiedsrichter, La Liga und die UEFA des Betrugs und illegaler Machenschaften.
Pérez wies Rücktrittsgerüchte scharf zurück: „Ich bedauere, sagen zu müssen, dass ich nicht aufhöre. Sie glauben, sie könnten mich einschüchtern, aber sie geben mir viel mehr Energie als ich ohnehin habe. Sie müssen mich schon mit Waffengewalt rauswerfen.“ Großes Unverständnis zeigte der Vereinspatron für die jüngsten Berichte über das Chaos im Klub: „Laut Transfermarkt haben wir den wertvollsten Kader der Welt. Wir haben einfach alles. Warum kritisieren uns manche Medien?“ Stattdessen müsse mehr darüber berichtet werden, dass „unsere Feinde von La Liga“ Real in der laufenden Saison „mindestens 18 Punkte“ und in den vergangenen Jahren „sieben Meistertitel gestohlen haben“. Die ‚Sport‘ titelt heute: „Groteskes Real“, die ‚Mundo Deportivo‘ spricht von „reinem Surrealismus“ und macht auf der Titelseite mit einem Pérez-Bild und einem einzelnen Wort auf: „Delirium“.
Slapstick-Eigentor verhindert Ronaldo-Titel
Cristiano Ronaldo muss weiter auf seinen ersten Meistertitel in Saudi-Arabien warten. Eigentlich hatten sich alle Spieler und Betreuer von Al Nassr beim Spielstand von 1:0 gegen Al Hilal bereit zum Feiern gemacht, als in der achten Minute der Nachspielzeit und nur zehn Sekunden vor Spielende Keeper Bento ein „Horror-Eigentor“ unterlief, wie die ‚Sun‘ es formuliert. Der Brasilianer wollte eine harmlose Flanke abfangen, kollidierte mit Teamkollege Iñigo Martínez und boxte den Ball dadurch ins eigene Tor.
Ronaldo, der angesichts der anstehenden Feierlichkeiten bereits ausgewechselt worden war, starrte von der Bank aus fassungslos auf das Geschehen und war laut der Boulevardzeitung „untröstlich und den Tränen nahe“. Der ‚Mirror‘ schildert weiter: „Die ehemalige Ikone von Manchester United und Real Madrid konnte ihre Enttäuschung nicht verbergen, als sie kurz nach dem Schlusspfiff wütend in den Tunnel stürmte.“ Der Titel scheint jedoch lediglich vertagt zu sein. Al Nassr hat einen Spieltag vor Schluss fünf Punkte Vorsprung auf Al Hilal, das jedoch noch ein Spiel in der Hinterhand hat.
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