Nach dem überzeugenden 3:2 gegen den FC Chelsea hoffte man beim FC Bayern München schon, Renato Sanches habe die Kurve bekommen. Doch der dynamische und selbstsichere Auftritt gegen den englischen Meister blieb eine Eintagsfliege. Sanches wirkte in den weiteren Partien eher wieder wie der Fremdkörper, den er über weite Strecken der vergangenen Saison darstellte.

Nun ist man sich in München darüber bewusst, dass großes Talent in dem 19-Jährigen schlummert – sonst hätte man vor einem Jahr auch keine fixe Ablöse von 35 Millionen Euro an Benfica gezahlt. Eine Summe, die sich anhand verschiedener Boni im Übrigen noch auf stolze 80 Millionen steigern kann. Gänzlich verlieren will man Sanches also nicht, vielmehr soll der Rechtsfuß bei einem anderen Klub Spielpraxis sammeln und gestärkt zurückkommen.

Milan und Co. spielen nicht mit

Und genau hier liegt das große Problem der Bayern. Kein infrage kommender Klub – auch nicht der AC Mailand – ist bereit, Sanches ohne Chance auf eine fixe Verpflichtung für eine Saison auszuleihen. Man will schlichtweg nicht den Ausbilder für die Bayern spielen. Bislang liegen den Münchnern folglich keine „konkreten Angebote“ für eine solche Leihe vor, berichtet der ‚kicker‘. Dem Fachblatt zufolge ist man sich an der Säbener Straße nun mehr als unsicher, wie man mit Sanches weiter verfährt.

FT-Meinung: Der FC Bayern will eigentlich nicht riskieren, dass Sanches durch eine weitere schwache Saison in München deutlich an Marktwert verliert. So würde ein Verkauf 2018 nur einen Bruchteil der Ablöse wieder einspielen. Auf der anderen Seite möchte man den Zugriff auf den Hochbegabten nicht verlieren, gleichzeitig soll Sanches aber auf möglichst hohem Niveau Spielpraxis sammeln. Eine echte Zwickmühle für Rummenigge und Co., die zudem darauf achten müssen, in ihrer Enttäuschung über den sportlichen Problemfall stets die richtige Wortwahl zu treffen, um das Juwel nicht weiter zu demoralisieren.