Auch wenn Fortuna Düsseldorf fünf Spieltage vor Schluss wohl nicht mehr viel mit dem Abstiegskampf zu tun hat, wird man in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt möglichst schnell einen Haken hinter die Saison machen wollen. Statt Aufstiegskampf musste man sich lange Zeit Richtung Tabellenkeller orientieren. Trotz des zweithöchsten Ligaetats schaffte es die Fortuna nicht annähernd ihr Saisonziel zu erreichen, das nach dem direkten Abstieg aus der Bundesliga lautete, zumindest um den Wiederaufstieg mitspielen zu können.

Nach dem Aus von Erfolgscoach Norbert Meier war Mike Büskens der große Hoffnungsträger bei 95. Der gebürtige Düsseldorfer scheiterte jedoch kläglich. Dabei offenbarten sich insbesondere auch Fehler bei der Zusammenstellung des Kaders. Bei Transfers wie Erwin Hoffer oder Aristide Bancé achtete man vorrangig auf Erfahrung und Namen, dabei zerstören Spieler dieses Kalibers mittelfristig das Gehaltsgefüge und rauben talentierten Nachwuchsspielern die Perspektive. Beim Österreicher, der unter Lorenz-Günther Köstner und insbesondere Krankheits-Vertretung Oliver Reck aufblühte, muss man diesbezüglich sicherlich Abstriche machen, ist er im Abstiegskampf doch ein wichtiger Akteur.

Einziger echter ‚Top-Transfer‘ war Charlison Benschop, der Leidenschaft vorlebt und zudem bester Torschütze der Fortunen ist. Dessen Zukunft ist allerdings noch offen, da der Stürmer von Stade Brest nur ausgeliehen ist, Düsseldorf aber eine Kaufoption in Höhe von 850.000 Euro besitzt.

Dennoch – die im Sommer zusammengestellte Truppe wirkte alles andere als homogen. Im Training und auf dem Platz wurde kaum miteinander kommuniziert. Eine Ursache dafür war sicherlich auch die Sprachbarriere einiger Profis. Schenkt man den Ausführungen Köstners zu dessen Amtsantritt Glauben, waren die Spieler in der ersten Saisonhälfte gar nicht willens, sich im Team zu integrieren. Der neue Fortuna-Manager Helmut Schulte sondiert derzeit entsprechend den Markt nach sinnvollen Verstärkungen für die kommenden Saison.

Gleich fünf Gladbacher im Visier

Dabei plant der 56-Jährige nach Informationen der ‚Bild‘ mit bundesligaerprobten Akteuren. Demnach traf sich der 95-Manager am gestrigen Donnerstag mit Borussia Mönchengladbach-Manager Max Eberl. „Wir hatten uns schon länger auf einen Kaffee verabredet. Klar haben wir uns auch über junge Spieler ausgetauscht. Aber für einen Nico Brandenburger käme ein Wechsel zu einem ambitionierten Zweitligisten vielleicht zu früh“, verrät Eberl. Für einige andere Spieler der ‚Fohlen‘ käme ein Wechsel hingegen gerade recht. Entsprechend stehen diese im Fokus der Düsseldorfer. So ging es bei dem Treffen um Youngster Amin Younes, Peniel Mlapa, Roel Brouwers und Lukas Rupp. Die ‚WZ‘ berichtete zudem, dass Thorben Marx ein weiterer Kandidat für die Fortuna sein könnte.

Der 20-jährige Younes hat großes Potenzial, kommt am Niederrhein aber selten zum Zug. Einkäufe wie André Hahn dürften die Chancen nicht unbedingt erhöhen. Der Offensiv-Spieler benötigt Spielpraxis. „Ich bin Düsseldorfer, ich mag Fortuna. Natürlich könnte ich mir das deshalb vorstellen. Wichtig ist für mich, dass ich endlich Spielpraxis bekomme. Nächstes Jahr ist die U21-EM, da möchte ich unbedingt dabei sein“, so der Tempodribbler. Eine Ausleihe scheint entsprechend für alle Seiten durchaus sinnvoll. Mlapa machte zuletzt keinen Hehl daraus, dass er bei Gladbach unzufrieden ist. „Ich kann mir im Moment alles vorstellen. Ich möchte nur spielen. Und Fortuna ist ein interessanter Klub, da sind immer 30.000 Leute im Stadion“, kokettiert der 23-jährige Angreifer mit einem Wechsel. Der ehemalige U21-Torjäger des DFB ist sicherlich eine sehr interessante Option für die 95er.

Weiterer Kandidat ist Roel Brouwers, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. Mit seiner Erfahrung und seiner hohen Spielintelligenz wäre der kopfballstarke 32-Jährige ziemlich sicher eine Verstärkung für den Deutschen Meister von 1933. Verlängert Gladbach nicht mit ihm, zieht es ihn aber wohl eher zurück in die niederländische Heimat. Aufgrund der Kontrakt-Lage kann Schulte theoretisch direkt auf den Innenverteidiger zugehen. Zudem ist Lukas Rupp im Gespräch, der zuletzt mehr Einsatzzeiten unter Coach Lucien Favre bekam, sich einen Wechsel aber dennoch vorstellen kann. Darüber handelt die ‚WZ‘ Thorben Marx in der Landeshauptstadt, der in Gladbachs Defensiv-Zentrum in dieser Saison nahezu außen vor ist.

Fazit: Allesamt interessante Personalien für den ambitionierten Zweitligisten, der im kommenden Jahr sicherlich wieder nach oben schielen möchte. Nun gilt es zwischen den Verantwortlichen auszuloten, welche Transfers tatsächlich zu realisieren sind.