Anders als bei Ousmane Dembélé war die Beziehung von Emre Mor zu Thomas Tuchel nicht die beste. Der türkische Nationalspieler war durchaus erleichtert, als sich die Borussia aus Dortmund kurz nach dem Pokalfinale vom 43-jährigen Übungsleiter trennte. Wäre dies nicht geschehen, hätte Mor seinen Abschied vom BVB forciert.

Wenn Tuchel geblieben wäre, hätten wir über eine Ausleihe oder einen Wechsel nachgedacht“, gibt Berater Bariz Soofizadeh gegenüber FT zu. Weil nun aber Peter Bosz das Sagen hat, werden die Karten an der Strobelallee neu gemischt – und Mor erhält eine neue Bewährungschance. „Bosz mag ihn. Im Testspiel gegen Essen war er gleich einer der Stärksten. Die Entscheidung, ob der BVB ihn abgeben wird, treffen Bosz und Michael Zorc“, so Soofizadeh weiter.

Soll heißen: Mor wird sich nur dann intensiv mit einem Wechsel befassen, wenn die BVB-Chefs ihm dies nahelegen. Interessenten gäbe es im Fall der Fälle laut dem Agenten zur Genüge: „Wir haben über 30 Anfragen auf dem Tisch – aus Italien, Spanien, der Türkei und auch aus Deutschland. Zwei, drei Bundesligisten wollen ihn haben und einer hat sogar eine hohe Summe geboten.“ Nach FT-Infos hat zuletzt auch Zenit St. Petersburg angeklopft.

Wie es mit Mor weitergeht, wird sich in absehbarer Zeit klären. „In zwei Wochen wissen wir mehr“, prognostiziert Soofizadeh. Sollte sich der BVB gegen eine Zukunft mit dem dribbelstarken Youngster entscheiden, hätten wohl auch die Bewerber aus der Süper Lig eine Chance. Mors angebliche Bemerkung, er wolle nicht in die Türkei wechseln, zweifelt der Berater zumindest an: „Ich glaube nicht, dass er das so gesagt hat. Fest steht nur: Er hat einen Vertrag beim BVB und der läuft noch vier Jahre.“ Alles weitere liegt in den Händen von Trainer Bosz.