Um nicht noch eine weitere titellose Saison erleben zu müssen, greift Real Madrid in diesem Sommer tief in die Tasche. Marc Cucurella soll helfen, die Königlichen wieder in die Spur zu führen.
Marc Cucurella polarisiert. In Deutschland gehasst, in Spanien geliebt. Nach einer turbulenten Zeit beim FC Chelsea sehnt sich der 27-Jährige nun nach den offenen Armen seiner Heimat. Bei Real Madrid hofft man auf eine harmonische Beziehung, die die Problem-Position links hinten endlich bereinigt. FT ordnet den Transfer ein.
Ein international erprobter Mentalitätsspieler
Auf dem Papier ergibt der Transfer durchaus Sinn. Mit Cucurella wird ein Linksverteidiger verpflichtet, der seine Klasse in den vergangenen Jahren in der Premier League sowie beim EM-Titel 2024 unter Beweis gestellt hat. Der Spanier ist zudem ein klares Upgrade zu den derzeitigen Optionen Ferland Mendy (31), Fran García (26) und Álvaro Carreras (23).
Cucurella ist ein abgebrühter, erfahrener Verteidiger. Die Madrilenen können sich sicher sein, einen zuverlässigen Profi zu erhalten, der sowohl vom Profil als auch von der Persönlichkeit her perfekt zum Mourinho-Fußball passt: Ein echter „Big-Game-Player“ mit reichlich Erfahrung auf internationalem Top-Niveau. Im EM-Finale gegen England (2:1) bereitete der Linksfuß den Siegtreffer kurz vor Schluss vor, für die Blues kam er außerdem in 17 Champions League-Partien zum Einsatz.
In der spanischen Hauptstadt unterschreibt Cucurella nun ein langfristiges Arbeitspapier bis 2032. Nach Erfüllen des Vertrags wäre der 24-fache spanische Nationalspieler 33 Jahre alt.
Da Cucurella jedoch nicht über die Physis kommt, dürfte er auch in gehobenen Alter insbesondere im technisch geprägten spanischen Fußball noch problemlos mithalten. Seine größte Stärke ist seine Spielintelligenz, sowohl mit als auch gegen den Ball. Beim FC Barcelona ausgebildet, bringt er eine saubere Technik mit. Im Defensivverhalten zeigt er sich zudem giftig und resolut – Eigenschaften, die Mourinho zu schätzen weiß.
Der Beginn einer Abwärtsspirale für Real?
Der Transfer bringt für Real Madrid jedoch auch Probleme mit sich. Die Königlichen lassen sich die Dienste des Spaniers inklusive Bonuszahlungen rund 60 Millionen Euro kosten. Das ist eine Summe, die für Los Blancos definitiv zu stemmen ist, allerdings wurde erst im vergangenen Sommer ein ähnliches Ablösepaket in Álvaro Carreras investiert. Nun hat man über 100 Millionen Euro für zwei Linksverteidiger bezahlt, die eher nicht gleichzeitig spielen können. Einer der beiden wird an Spielminuten und zwangsläufig auch an Marktwert einbüßen.
Während Carreras noch entwicklungsfähig ist, dürfte Cucurella in seiner sportlichen Prime angekommen sein. Die Madrilenen werden höchstwahrscheinlich keinen Gewinn mehr mit ihm auf dem Transfermarkt erzielen können und auch auf dem Platz wird er nicht so langfristig mitwirken können wie sein jüngeres Pendant. Real Madrid wäre sicherlich gut beraten, teure Transferfehler in Zukunft nicht immer mit ähnlich teuren Neuzugängen ausgleichen zu wollen.
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