Der FC Barcelona ist offensiv derzeit das Maß aller Dinge in Fußballeuropa. Coach Hansi Flick wurde dabei ein Stück weit zu seinem Glück gezwungen – weil der erhoffte Neuzugang im Sommer eben nicht kam.
Nach nur sieben Spieltagen in La Liga scheint die Frage des kommenden Meisters bereits beantwortet. Mit sieben Siegen und beeindruckenden 31:7 Toren haben die Katalanen die Verfolger bereits früh auf mindestens fünf Punkte distanziert. Die Art und Weise, wie die Mannschaft von Trainer Hansi Flick dominiert, sorgt für Angst und Schrecken bei der Konkurrenz.
Im Anschluss an den Sieg im Stadtduell mit Real Madrid (2:1) gestand Atlético-Coach Diego Simeone gegenüber ‚DAZN‘ am Wochenende: „Sie sind barbarisch. Es scheint, als würden sie eine andere Sportart ausüben als wir. Es ist eine Mannschaft, die dich in deiner eigenen Hälfte unter Druck setzt, dir Zeit nimmt und keine Angst hat, Risiken einzugehen und ein Gegentor zu kassieren, denn es scheint, als wäre es noch schlimmer, wenn sie ein Gegentor kassieren.“
Das aktuelle Barça trägt mehr denn je die Handschrift von Flick. Insgesamt 354 Tore erzielten seine Spieler in 125 Spielen unter dem ehemaligen deutschen Nationaltrainer. Die starke Bilanz von 2,83 Treffern pro Partie übertrifft die von Pep Guardiola (2,43) und Ernesto Valverde (2,32) aus den goldenen Barça-Jahren deutlich.
Extremer wirkt es, wenn man sich nur die Bilanz der aktuellen Saison ansieht. 4,42 Toren pro Spiel wurden nach sieben Partien in der Geschichte der Liga nur vom FC Sevilla in der Saison 1940/41 überboten, damals waren es 40 Treffer. Einer der Hauptgründe für die extreme Torgefahr der Blaugrana ist dabei nicht etwa einer der Neuzugänge, sondern ausgerechnet die große Transferschlappe, die Barça hinnehmen musste.
Den Abgang von Robert Lewandowski (38) zu Chicago Fire wollte der Klub mit einem echten Statement-Transfer auffangen. Julián Alvarez (26) sollte von Atlético Madrid losgeeist werden, doch die Rojiblancos lehnten jede Transferanfrage – ob persönlich oder über die Medien – kategorisch ab. Auch ein Streik des argentinischen Angreifers änderte nichts. Das Transferdrama zog sich über Monate, am Ende ging Barça jedoch leer aus.
Flick musste improvisieren und zog Kapitän Raphinha (29) – eigentlich Flügelspieler – in die Sturmmitte, passte die Spielweise leicht an und der Brasilianer liefert. Zwölf Tore in der Liga und zwei in der Champions League sind insgesamt einsame Spitze in Europa, dazu kommen drei Vorlagen.
Unterstützt wird der neue Torjäger durch Lamine Yamal (14 Scorerpunkte) und Fermín López (elf) sowie die Neuzugänge Karim Adeyemi (fünf), Gabriel Jesus (sechs) und Anthony Gordon (fünf). Die nächsten echten Härtetests für die Offensive werden nach der Länderspielpause das Champions League-Duell mit Paris St. Germain (20. Oktober) und der Clásico gegen Real Madrid (25. Oktober) sein.
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