FT-Kurve Premier League

Weltmeister: Der Schlüssel zur großen Chelsea-Auferstehung

Seit dem gestrigen Gewinn der Klub-WM taucht der FC Chelsea wieder auf der Bildfläche der Topklubs auf. Dafür war viel Geld nötig – und lange schmerzlich vermisste Kompetenz.

von Dominik Sandler
3 min.
Maresca hebt den WM-Pokal @Maxppp

Das gestrige Finale der Klub-WM fand einen Sieger, den in dieser Deutlichkeit wohl keiner erwartet hatte. Paris St. Germain schien in der vergangenen Saison unbesiegbar und unverwundbar zu sein, doch Enzo Maresca und der FC Chelsea haben den Luis-Enrique-Code beim 3:0-Sieg beeindruckend geknackt. Der Erfolg der Blues kommt zwar überraschend, ist aber längst kein Zufall.

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Es ist kein Geheimnis, dass der Geldbeutel an der Stamford Bridge prall gefüllt ist. Seitdem Geschäftsmann Todd Boehly gemeinsam mit einem US-Konsortium die Regie bei den Londonern vor drei Jahren von Roman Abramovich übernommen hatte, floss allein in den ersten beiden Saisons über eine Milliarde Euro in Neuzugänge.

Trainer ohne Erfahrung

Herausgekommen sind bis zum Beginn der vergangenen Saison ein zwölfter und ein sechster Platz in der Premier League, beide Jahre blieben die Blues ohne Titel. Das zeigt: Geld kann vieles bewirken, aber fachliche Kompetenz nur bis zu einem gewissen Grad ausgleichen. Und hier kommt Enzo Maresca ins Spiel.

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Denn nach Thomas Tuchel scheiterten in Graham Potter und Maurizio Pochettino zwei erfahrene Trainer am Projekt FC Chelsea, in Frank Lampard konnte auch eine Vereinslegende die Eigentümer nicht lange besänftigen. Der Glücksgriff gelang mit Maresca. Einem Trainer ohne große Erfahrung. Sechs Monate beim FC Parma und der Aufstieg mit Leicester City standen in der Vita.

Das Wagnis Maresca ging aber bislang voll auf. Der 45-Jährige, der unter anderem als Co-Trainer unter Pep Guardiola und Manuel Pellegrini gearbeitet hat, steht für eine klare Spielphilosophie, greift hart durch und hat einen Plan entwickelt, um die Blues wieder zu einem Top-Team zu formen.

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Greift Chelsea in den Titelkampf ein?

Er hat es geschafft, den aufgeblähten Kader über eine Saison hinweg motiviert zu halten. In der Premier League steht am Ende Rang vier und die Qualifikation für die Königsklasse, in der Conference League holte eine B-Mannschaft den Titel. Die Krönung der Saison gelang jetzt durch den Titel bei der Klub-WM, der Chelsea weit über 100 Millionen Euro in die Kassen spült.

Geld, das die Blues längst schon wieder ausgegeben haben. Doch João Pedro (23), der seit den K.o.-Spielen mitwirkte, hat durch seine überragenden Leistungen seine Ablösesumme in Höhe von knapp 64 Millionen schon wieder reingespült, Liam Delap (22) sein Potenzial aufblitzen lassen. Jamie Gittens (20) soll gegenüber Jadon Sancho (25) einen Qualitätsschub bringen. Für die kommende Saison scheint sich in England ein weiteres Team in den Titelkampf einmischen zu wollen.

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Zweifellos wird im Westen Londons noch immer in einem Maße mit Geld um sich geworfen, dass sich alle Welt verwundert die Augen reibt und fragt, was das Financial Fairplay eigentlich beruflich macht. Bei der Qualität und Quantität, die in diesem Kader steckt, musste irgendwann wieder eine passable Saison herausspringen.

Mit Geduld zum Spitzenteam

Doch der Weg der Blues ist noch lange nicht vorbei. Maresca macht die Spieler besser – ein Fakt, der an der Stamford Bridge ähnlich wie bei Manchester United lange gefehlt hat. Cole Palmer (23) etwa, der bei Maresca bereits bei ManCity unter die Fittiche genommen wurde, bekam auch nach einer schwächeren Phase das Vertrauen und zahlte es bei der Klub-WM als bester Spieler des Turniers eindrucksvoll zurück.

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Der FC Chelsea ist wieder wer – für den Moment ist es zumindest mal die beste Mannschaft der Welt. Sollten Boehly & Co. auch in schwierigen Phasen Geduld und Ruhe bewahren, wird Chelsea in den kommenden Jahren auch in der Champions League eine wichtige Rolle spielen.

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