Verkaufskandidat Tolisso hat Corona: Rückschlag zur Unzeit

Corentin Tolisso hat sich mit Corona infiziert und muss dementsprechend auf seine Rückkehr ins Bayern-Training warten. Ein Ausfall, der für Spieler und Verein zur Unzeit eintritt.

Corentin Tolisso (r.) im Zweikampf mit Renato Sanches (l.)
Corentin Tolisso (r.) im Zweikampf mit Renato Sanches (l.) ©Maxppp

Die Karriere von Corentin Tolisso steht am Scheideweg. Sein Vertrag beim FC Bayern läuft nächstes Jahr aus. Daher werden sich der französische Nationalspieler und sein Arbeitgeber noch in diesem Sommer zusammensetzen, um zu besprechen, ob es eine gemeinsame Zukunft geben wird.

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Die Situation gestaltet sich allerdings schwierig. Ein Sehnenriss setzte Tolisso für drei Monate außer Gefecht. Der 26-Jährige verpasste 15 Pflichtspiele in der Rückrunde und schaffte nur knapp den Sprung auf den EM-Zug der Équipe Tricolore. Zwei Kurzeinsätze und ein Einsatz mit etwas mehr als einer Stunde Spielzeit standen am Ende des Turniers auf Tolissos Konto.

Eigentlich gute Voraussetzungen, um unter Neu-Trainer Julian Nagelsmann durchzustarten. Doch anstatt mit den anderen Nationalspielern der Bayern in die schweißtreibende Saisonvorbereitung einzusteigen, muss Tolisso erneut pausieren. Wegen seiner Corona-Erkrankung fehlt der Franzose wahrscheinlich für zwei Wochen und stößt erst dann zum Team, wenn die Saison bereits begonnen hat.

Verkauf oder Verlängerung?

Für einen Verkauf stehen die Vorzeichen nicht gut. Nach der langwierigen Verletzung zu Beginn des Jahres muss Tolisso nun in häusliche Isolation. Seinem Fitnesszustand wird dies nicht zuträglich sein und auch die fehlende Spielpraxis, die ihm von Februar bis Mai abhandenkam, wird er so nicht sammeln können.

Vor mehreren Wochen wurde von Juventus Turins Interesse an Tolisso berichtet. Damals wurde der zentrale Mittelfeldspieler als Alternative zu Manuel Locatelli (US Sassuolo) genannt. Ein erstes Angebot für Locatelli wurde offenbar abgelehnt. Sollte der Italiener für Juve zu teuer sein, könnten Tolissos Aktien wieder steigen.

Auch wenn Tolisso immer wieder durch längere Knie- und Muskelverletzungen ausfiel, dürfte eine Verlängerung an der Säbener Straße die sicherste Variante für alle Parteien sein. Zum einen würde der FC Bayern sich wirtschaftlich absichern und einen ablösefreien Abgang im kommenden Jahr verhindern, zum anderen könnte sich Tolisso die Option offen halten, unter Nagelsmann Fuß zu fassen.

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