Sondermitleid für Kane | Teuflischer Steuerplan bei United
Das Schicksal von Harry Kane beim FC Bayern macht dessen Landsleuten auf der Insel ebenfalls zu schaffen. Währenddessen schmiedet man bei Manchester United ehrgeizige Pläne, für die die Allgemeinheit aufkommen soll. FT mit der Presseschau am Donnerstag.

Mitleid für Harry
Das Chaos beim FC Bayern beschäftigt auch international die Presse. Während viele Gazetten der Trennung von Trainer Thomas Tuchel zum Sommer keine allzu große Beachtung schenken, nimmt sich die ‚Daily Mail‘ Zeit, ein paar tröstende Worte an Harry Kane zu formulieren. Es sei „eine Ironie des Schicksals“, dass der deutsche Rekordmeister nach elf Meistertiteln in Folge ausgerechnet in Kanes erstem Jahr titellos bleiben könnte.
„Aber es ist wirklich unfair“, schreibt die ‚Daily Mail‘ weiter, „Kane eine Mitschuld am Scheitern der Bayern zu geben. Er hat seinen Job gemacht und in 22 Spielen 25 Tore geschossen. Also ist es lächerlich, ihm jegliche Kritik vorzuwerfen.“ Auch eine mögliche Rückkehr nach England nach der Saison wird thematisiert. Von seinen Landsleuten wird Kane geraten, sich lieber durchzubeißen. Ein Transfer zu den Tottenham-Rivalen FC Arsenal oder FC Chelsea wäre der „ultimative Vermächtniskiller“. Also: „An seiner Stelle würde ich so lange bleiben wollen, bis ich etwas gewonnen habe, denn wozu sollte ich sonst gehen?“ Halte durch, Harry!
United-Aufschwung mit Steuergeldern?
Hauptthema auf der Insel ist heute jedoch die neue Ära bei Manchester United mit Milliardär Jim Ratcliffe. Denn der neue Anteilseigner der Red Devils verliert nach der Ratifizierung seiner Übernahme keine Zeit und hat große Pläne. „Lasst uns City vom Thron stoßen“, lautete Ratcliffes Kampfansage, die sich auf zahlreichen Titelseiten der englischen Presse wiederfindet. Der INEOS-Gründer hat den ambitionierten Plan, innerhalb der kommenden drei Jahre die Premier League zu gewinnen – und das möglichst mit aufregendem Angriffsfußball.
Parallel dazu soll eine Milliarde Pfund in die Renovierung des Old Trafford fließen, das nach der Rundumerneuerung auch gut und gerne in New Trafford umgetauft werden könnte. Der zweitreichste Mann Englands will die ehrgeizigen Pläne aber möglichst wenig aus eigener Tasche finanzieren, sondern hofft auf die Unterstützung des Steuerzahlers.
Ratcliffes Begründung, weshalb es fair wäre, wenn die Allgemeinheit dem einstigen Serienmeister unter die Arme greift, ist etwas weit hergeholt: „Die Menschen im Norden zahlen ihre Steuern, genauso wie die Menschen im Süden ihre Steuern zahlen. Aber wo ist das Nationalstadion für Fußball? Es liegt im Süden. Wo ist das Nationalstadion für Rugby? Es liegt im Süden. Wo ist das Nationalstadion für Tennis? Es liegt im Süden. Man könnte also über ein ehrgeizigeres Projekt im Norden nachdenken.“ Ein wahrhaft teuflischer Plan der Red Devils.
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