Venezuela war die Überraschungsmannschaft der diesjährigen U20-Weltmeisterschaft in Korea. Auf dem Weg ins Finale, in dem England mit 1:0 triumphierte, setzten sich die Südamerikaner zunächst in der bockstarken Gruppe B gegen Deutschland und Mexiko sowie Außenseiter Vanuatu durch und schlugen in den K.O.-Runden Japan, die USA und Uruguay.

Auf sich aufmerksam machte vor allem Rechtsaußen Sergio Córdova, der gegen Mexiko das Tor des Turniers schoss und mit dem silbernen Schuh ausgezeichnet wurde. Der Treffer hat offenbar auch Bundesliga-Rückkehrer VfB Stuttgart begeistert – der sich kurzerhand die Dienste des Youngsters gesichert hat. Dies zumindest plaudert Gustavo Guzmán, Präsident des im Poker gegen die Schwaben unterlegenen mexikanischen Erstligisten Atlas Guadalajara, aus.

Wir waren sehr kurz davor, den venezolanischen Gewinner des silbernen Schuhs bei der U20-WM, Cordóva, zu verpflichten“, leitet der Funktionär gegenüber der renommierten mexikanischen Sportzeitung ‚La Afición‘ ein und verrät: „Leider hat es aber nicht geklappt. Das erste Angebot kam von uns. Dann kam aber Stuttgart und erhielt den Zuschlag. Wir können nicht immer gewinnen.

Bis zum Endrundenturnier war Córdova ein völlig unbeschriebenes Blatt. In Korea glänzte der bullige und dynamische Flügelspieler aber mit einer beeindruckend feinen Technik und starken Torraumaktionen. Der 19-Jährige wird seit 2014 beim Hauptstadtklub Caracas FC ausgebildet. Bereits 2015 schaffte er den Sprung in den Herrenbereich und wurde in der zweiten Mannschaft einsortiert. Im vergangenen Januar wurde er zu den Profis beordert und kam insgesamt zu fünf Einsätzen.

Heißes ThemaFT-Meinung: Die Verpflichtung von Córdova ist sicherlich auch für den VfB eine Wundertüte. Es bleibt abzuwarten, welche Pläne der Aufsteiger mit dem Youngster verfolgt. Dass der variabel einsetzbare Angreifer ohne Anpassungszeit direkt in der Bundesliga durchstartet, ist nicht zu erwarten. Über welches Potenzial er verfügt, hat er allerdings in Korea unter Beweis gestellt. Eine Investition in die Zukunft ist er allemal.