Groß rüstete Hertha BSC vergangenen Sommer auf. Insgesamt zehn Neuzugänge holte die ‚Alte Dame‘ in die Hauptstadt. Darunter die beiden Königstransfers Valentin Stocker und Salomon Kalou. Als echte Verstärkungen konnte sich in einer enttäuschenden Spielzeit jedoch keiner der Neuzugänge beweisen. Am ehesten noch Roy Beerens.

Wesentlich lauer weht der Transferwind an der Spree bislang in diesem Sommer. Mit Mitchell Weiser, der vom FC Bayern kommt, konnte die Hertha erst einen Neuzugang präsentieren. Wunschkandidat Emir Spahic entschied sich für den Hamburger SV. Als Alternative soll Manager Michael Preetz Aleksandar Dragovic von Dynamo Kiew ins Auge gefasst haben. Der österreichische Nationalspieler dürfte aber finanziell aus dem Raster fallen. Gespräche werden zudem mit dem derzeit vertragslosen Alexander Madlung, zuletzt Eintracht Frankfurt, geführt.

Auch Sidney Sam von Schalke 04 wurde in Berlin gehandelt. Der Ex-Nationalspieler fiel jedoch bei Eintracht Frankfurt durch den Medizincheck. Bei der Hertha ist er kein Thema mehr. Im Gegensatz zu Balázs Dzsudzsák von Dinamo Moskau. Der Kapitän der ungarischen Nationalmannschaft gilt als Wunschlösung von Trainer Pál Dárdai. Auf drei Positionen bedarf es bei den Hauptstädtern noch nach Verstärkungen. FussballTransfers hat Scout gespielt und überlegt, welche Spieler ins Raster von Michael Preetz und Co. passen würden.

Westermann, Dante oder Kashia für die Lücke im Zentrum

Priorität genießt in der Metropole derzeit die Suche nach einem neuen Innenverteidiger. Das bekannt gewordene Interesse an Spahic zeigt, die Verantwortlichen fahnden nach Erfahrung. Diese würde sicherlich Heiko Westermann mitbringen. So limitiert die Netzikone von seiner fußballerischen Anlage her teilweise auch sein mag, ‚HW4‘ hat aus seiner Karriere das Beste gemacht. Gestandener Bundesligaspieler bei Schalke 04 und dem HSV. 318 Einsätze. Hinzu kommen 27 Länderspiele für die Nationalmannschaft, in denen der 31-Jährige viermal traf. Westermann wäre möglicherweise die polarisierende Lösung. Insbesondere, weil er ablösefrei zu haben ist. Wenngleich der kernige Franke sicherlich Abstriche bei seinem Gehalt machen müsste.

Eine weitere für Hertha sehr interessante Personalie ist Dante vom FC Bayern. Fraglos müsste Michael Preetz einiges an Überzeugungsarbeit beim brasilianischen Lockenkopf leisten. Fußballerisch wäre der lebensfrohe Innenverteidiger aber eine echte Bereicherung für den Sportclub aus Berlin. Zumal die ‚Bild‘ jüngst berichtete, Dante könne sich einen neuen Arbeitgeber suchen. Der Brasilianer erklärte jedoch, er würde gerne in München bleiben. Sein Kontrakt an der Säbener Straße läuft noch bis 2017. Sollten die Bayern tatsächlich noch einen herausragenden Akteur für die Abwehrzentrale suchen, könnte auch eine Dante-Leihe – mit oder ohne Kaufoption – Sinn für die Hertha ergeben.

Ein weniger prominenter Name auf der fiktiven Hertha-Liste ist Guram Kashia. Die georgische Abwehrkante ist Kapitän von Vitesse Arnheim. Seit 2010 pflügt der 28-Jährige durch die niederländische Eredivisie. 2016 läuft sein Kontrakt in Arnheim aus. Spätestens dann scheint die Zeit für Kashia reif, den nächsten Schritt zu machen. Will Vitesse noch einmal Kasse mit seinem Skipper machen, müsste man sich mit möglichen Angeboten entsprechend beschäftigen.

Mehr Tempo für die Flügel

Zudem sucht der Bundesligist nach einer weiteren Option für die Flügel. Neuzugang Mitchell Weiser gilt als Hybridlösung. Der Rheinländer ist primär für die Offensive eingeplant. Andererseits als Backup für Rechtsverteidiger Peter Pekarik. Interessant könnte Jakob Jantscher von den Young Boys Bern sein. Der Österreicher spielte eine bockstarke Saison, in der dem 26-Jährigen acht Treffer und elf Vorlagen gelangen. Für etwa 1,6 Millionen Euro sei er aus seinem bis 2017 datierten Vertrag in Bern loszuseisen, hieß es zuletzt. Der FC Schalke 04 sowie der 1. FC Köln gelten als Interessenten.

Eine zusätzliche Alternative für die offensiven Außen könnte Renato Ibarra sein. Wie Kashia kickt auch der ecuadorianische Nationalspieler für Arnheim. Der 24-Jährige könnte insbesondere deutlich mehr Tempo ins Flügelspiel der Hauptstädter bringen. Daran mangelte es in der jüngeren Vergangenheit zuhauf. Bei noch einem Jahr Vertrag beim Klub an der deutsch-niederländischen Grenze wären die Chancen auf eine Verpflichtung sicherlich nicht utopisch.

Ebenfalls für viel Tempo sorgen würde José Izquierdo vom FC Brügge. Der Linksaußen war in Belgien einer der Shootingstars in der vergangenen Saison der Jupiler Pro League. 15 Tore erzielte der 23-Jährige in 44 Partien. Zudem gelangen ihm sieben Assists. Für 3,8 Millionen wechselte der Kolumbianer im August 2014 von Once Caldas nach Brügge. Sein Kontrakt läuft allerdings noch bis 2018. Dementsprechend wäre Izquierdo alles andere als ein Schnäppchen. Mit Kolumbianern jedoch machte die Hertha in der jüngeren Vergangenheit hervorragende Erfahrungen.

Ein neuer Torjäger gegen die Launen der Diva

Darüber hinaus würde ein neuer Torjäger frischen Wind in die Berliner Offensive bringen. Die Abhängigkeit von den Launen des Salomon Kalou muss reduziert werden. Sandro Wagner soll den Klub verlassen. Julian Schieber scheint nicht der Typ Stürmer, der Tore im zweistelligen Bereich garantiert. Drei mögliche Kandidaten dürften interessant sein.

Zum einen Adam Szalai. Der Landsmann von Trainer Dárdai rotiert bei der TSG Hoffenheim zwischen Bank und Startelf. Sein volles Potenzial ausschöpfen, wie einst in Mainz, konnte er im Kraichgau bislang nicht. Dem 27-Jährigen scheint das volle Vertrauen von Trainer Markus Gisdol zu fehlen. Die Verpflichtung von Wunschstürmer Mark Uth dürfte seine Situation nicht verbessern. Vertrauen könnte Szalai aber womöglich von seinem Ex-Nationaltrainer bekommen. Für sechs Millionen Euro wechselte er vergangenen Sommer von Schalke zur TSG. Eine ähnliche Summe müsste Hertha wohl aufrufen, um ihn an die Spree zu locken. Auch eine Leihe schiene sinnvoll.

Zwei Norweger scheinen interessant

Auch die beiden Norweger Havard Nielsen und Mohammed Abdellaoue könnten ins Raster der Hertha passen. Abdellauoe bekam in den vergangenen beiden Jahren beim VfB Stuttgart keinen Fuß auf den Boden und darf sich einen neuen Verein suchen. Bei Hannover 96 konnte der Angreifer zuvor aber durchaus unter Beweis stellen, dass er weiß, wo das Tor steht. Interessanter scheint dennoch Landsmann Nielsen, der nach eineinhalb Jahren in Braunschweig zu RB Salzburg zurückkehren musste. Zumindest vorerst.

Der Blondschopf, der trotz seiner jungen 21 Jahre wie 30 kommt, war in der abgelaufenen Spielzeit einer der besten Stürmer der zweiten Liga. Und auch in der Bundesliga konnte er seine Klasse zuvor beweisen. Zu gern würde Eintracht Braunschweig den norwegischen Nationalspieler dauerhaft nach Niedersachsen holen. Die Ablöse ist für den BTSV aber wohl zu hoch. Zwar läuft der Vertrag 2016 aus (vereinsseitige Option auf ein weiteres Jahr) aus. Jedoch zahlte Salzburg 2012 selbst 2,8 Millionen an Valerenga Oslo, um Nielsen nach Österreich holen zu können. Unter zwei Millionen wird er kaum zu haben sein.

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- Borussia Mönchengladbach

- FC Augsburg

- Bayer Leverkusen

- Hannover 96

- Eintracht Frankfurt