In Hannover wird man die vergangene Saison nicht so schnell vergessen. Nach einer guten Hinrunde, die mit einem 2:1 Sieg über den FC Schalke 04 begann, war man in Niedersachsen voller Hoffnung, dass es etwas werden könnte mit dem Einzug in den europäischen Wettbewerb. Doch dann folgte eine katastrophale Rückrunde. Unter Trainer Tayfun Korkut schaffte eine von Spieltag zu Spieltag instabilere Mannschaft es zunächst nicht mehr, auch nur einen Sieg einzufahren. Nach einer 4:0-Klatsche gegen Bayer Leverkusen am 29. Spieltag musste Korkut die Koffer packen. Sein Nachfolger Michael Frontzeck kam als Feuerwehrmann, der die ‚96er‘ vor dem Abstieg bewahren sollte, was letztendlich auch gelang.

Verkäufe brachten Geld

Nach dem gesicherten Klassenerhalt gab es für das Management um Sportdirektor Dirk Dufner und Klubchef Martin Kind wenig Grund, nach einem neuen Trainer Ausschau zu halten. Somit geht der Verein mit Frontzeck als Cheftrainer in die neue Saison. Dufner will seinem Übungsleiter einige neue Spieler präsentieren. Bisher agierten die Hannoveraner auf dem Transfermarkt mehr als solide. Der Verkauf von Joselu für satte acht Millionen Euro an Stoke City spülte Geld in die Kasse. Auch Lars Stindl brachte drei Millionen. Doch der Verlust des Kapitäns an Borussia Mönchengladbach wiegt sportlich schwer.

Dennoch können sich die Fans über einige starke Neuzugänge freuen. Oliver Sorg und Felix Klaus kamen für insgesamt 7,5 Millionen vom SC Freiburg. Charlison Benschop verstärkt den Sturm für 1,5 Millionen und der Transfer des dänischen U21-Dribblers Uffe Bech für zwei Millionen wurde erst am gestrigen Mittwoch bekanntgegeben. Die Transferplanungen sind damit aber noch nicht abgeschlossen. FussballTransfers hat Scout gespielt und überlegt, welche Spieler ins Raster von Dufner und Co. Passen könnten.

Verstärkungen für den Sturm

Mit Benschop und Artur Sobiech kann Frontzeck auf nur zwei Stürmer zurückgreifen. Beide müssen erst noch beweisen, dass sie das Zeug für die erste Elf haben. Deshalb sollte noch eine Verstärkung für die Sturmspitze kommen. Passen würde Alfred Finnbogason. Im vergangenen Sommer war der Isländer mit großen Vorschusslorbeeren für acht Millionen zu Real Sociedad gewechselt, konnte dort aber nicht überzeugen. Dass der 26-Jährige weiß, wo das Tor steht, hat er aber schon bewiesen. In der Saison 2013/2014 war er für den SC Heerenveen an 43 Treffern beteiligt. In Hannover bekäme er eine zweite Chance und ist zudem günstig zu haben.

Eine teurere Alternative wäre Jordan Ayew vom FC Lorient. Der kleine Bruder von André Ayew traf in der abgelaufenen Saison zwölfmal, wird mit seiner Situation in der Ligue 1 aber nicht zufrieden sein. Denn Lorient spielte bis zum Ende gegen den Abstieg. Wenn Jordan wie sein Bruder Frankreich verlassen will, sollte Hannover aufpassen. Gleiches gilt bei Abel Hernández. Der pfeilschnelle Uruguayer stieg mit Hull City aus der Premier League ab. Da er auf Zweitligafußball keine Lust hat, ist ein Vereinswechsel wahrscheinlich. Ähnlich wie Ayew wäre aber auch Hernández nicht ganz billig.

Stindl-Nachfolger ein alter Bekannter?

Die zweite vakante Kaderstelle ist ein offensiver Mittelfeldspieler, der die Nachfolge von Lars Stindl antritt. Zwar legen die Verpflichtungen von Bech und Klaus nahe, dass Frontzeck eher das Spiel über die Außenbahnen forcieren will, doch braucht er dennoch einen Lenker in der Zentrale. Ein solcher ist Tjaronn Chery. Der 27-Jährige wechselte im vergangenen Sommer für 800.000 Euro von ADO Den Haag zum FC Groningen. Dort kommt er in 42 Spielen auf 17 Tore und zwölf Vorlagen. Werder Bremen wurde zwischenzeitlich Interesse nachgesagt.

Eine kreative, aber risikobehaftete Variante wäre Renato Augusto. Der Brasilianer spielte zwischen 2008 und 2013 für Bayer Leverkusen, ehe er in die Heimat zurückkehrte. Im Rheinland gilt er als einer der talentiertesten Spieler, die jemals das Trikot der ‚Werkself‘ trugen, doch scheiterte er an Verletzungen und vor allem an sich selbst. „Ich habe eine Frau und Kinder und denke nicht an Partys. Das ist ein anderes Leben. Mein Kopf wäre nun eher bereit für Europa. Es zieht mich zurück nach Deutschland“, gab er im Januar gegenüber dem ‚Kölner Stadt-Anzeiger‘ zu Protokoll.

Aufmerksam muss Dufner außerdem bezüglich der Personalie Salif Sané sein. Der Senegalese liebäugelte mit einem Wechsel zum 1. FC Köln, soll aber bleiben. Allerdings kann es im Fußball schnell anders kommen, als man denkt. Falls Sané doch wechseln sollte, wären Marvin Bakalorz vom SC Paderborn oder auch Alexander Ring vom 1. FC Kaiserslautern interessante Alternativen.

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- Eintracht Frankfurt