Abdul Rahman Baba war vergangenen Sommer das nächste Versprechen, was bei Schalke 04 mit Christian Heidel und Markus Weinzierl in Zukunft möglich sein könnte. Als Ersatz für die bis dato wenig überzeugenden Sead Kolasinac und Dennis Aogo bekam der neue S04-Trainer nicht irgendeinen neuen Linksverteidiger, sondern seinen Wunschspieler. Erst zwei Jahre zuvor hatte er Baba von Greuther Fürth zum FC Augsburg geholt – und binnen eines Jahres zum international gefragten Außenverteidiger weiterentwickelt.

Der Ertrag für den FCA: 20 Millionen Euro, die man vom FC Chelsea entgegennahm. Für Weinzierl: Größtes Vertrauen und Dankbarkeit seitens Baba für dessen exzellente Ausbildung. Ohne den bayrischen Übungsleiter hätte Königsblau ihn im Sommer wohl kaum von der Stamford Bridge nach Gelsenkirchen locken können, wenngleich der ghanaische Nationalspieler keine rosige Perspektive unter Antonio Conte hatte. So stand mit der Leihe des 22-Jährigen nach Naldo, Breel Embolo und Coke der nächste Coup für die Knappen.

Kaufoption konnte nicht ausgehandelt werden

Unklar war bisher, ob sich Schalke auch eine Kaufoption für Baba sichern konnte. Zahlreiche Medien berichteten nach der Verpflichtung, S04 sei es gelungen, einen solchen Passus mit den Londonern auszuhandeln. Das aber ist nicht der Fall, wie FT aus vertraulicher Quelle erfuhr. Ohnehin lässt sich Chelsea auf derlei Vertragspassagen in aller Regel nicht ein. Das Zepter aus der Hand zu geben gehört nicht zum Geschäftsmodell der Blues.

Ausnahmen der jüngeren Vergangenheit waren Mohamed Salah, den man per verpflichtender Kaufoption (15 Millionen) an die AS Rom abgab und Juan Cuadrado, dessen Leihvertrag bei Juventus Turin ein Unikat ist. Bis 2019 hat die Alte Dame den Kolumbianer für jährlich fünf Millionen Euro ausgeliehen. Bis Ablauf dieses Kontrakts kann Juve entscheiden, ihn für weitere 25 Millionen dauerhaft in die Alpenstadt zu holen. Bei Baba aber existiert eine solche Option nicht.

Baba muss liefern

Noch konnte der Linksfuß aber auch nicht vollends Fuß auf Schalke fassen. Teamkollege Kolasinac hat Baba in der Bundesliga den Rang abgelaufen, nur in der Europa League kommt er regelmäßig zum Einsatz. Dabei ist der Ghanaer aufgrund seiner offensiven Vorzüge sowie seiner Laufstärke auf dem linken Flügel geradezu prädestiniert für das 3-5-2, das Weinzierl so erfolgreich praktizieren lässt.

Dass Chelsea die Leihe im Winter vorzeitig beendet, wie 2014/15 mit Tomás Kalas beim 1. FC Köln, ist aber nicht zu befürchten. Spielt Baba jedoch mit dem Gedanken, über die Saison hinaus in Gelsenkirchen bleiben zu wollen, muss eine deutliche Leistungssteigerung her. Denn bei Chelsea unterschrieb er bis 2020. Ihn aus diesem Vertrag herauszulösen, dürfte für Manager Heidel viel Verhandlungsgeschick, vor allem aber Geld erfordern. Und aktuell liefert Baba noch keine ausreichenden Argumente, die eine Ablöse im zweistelligen Millionenbereich rechtfertigen würden.