Griezmann: 120 Millionen auf der Bank – und nun?

Der FC Barcelona verspielte gestern Abend womöglich schon die letzte Chance auf die Titelverteidigung. Für Antoine Griezmann war es gegen seinen Ex-Klub wieder einmal ein gebrauchter Abend.

Augen auf den Ball: Antoine Griezmann
Augen auf den Ball: Antoine Griezmann ©Maxppp

Nach fünf äußerst erfolgreichen Jahren bei Atlético Madrid entschied sich Antoine Griezmann im vergangenen Sommer für eine neue Herausforderung beim FC Barcelona. Gestern Abend ging es mit dem neuen Klub gegen die alten Kollegen. Für Griezmann hielt Trainer Quique Setién aber nur einen Platz auf der Bank parat. Eingewechselt wurde der Weltmeister erst in der 90. Minute – Höchststrafe.

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Nach dem Spiel kündigte Setién dann an: „Ich werde morgen mit ihm sprechen. Ich werde nicht um Verzeihung bitten, aber ich verstehe gut, dass er sich schlecht fühlt.“ Helfen wird das dem 29-Jährigen aber wohl nur bedingt. Spielzeit, gute Aktionen, Einbindung ins Angriffsspiel, Torbeteiligungen – all dies würde Griezmann mehr nutzen.

Lange wirkte der 120-Millionen-Neuzugang aus dem Vorsommer wie ein Fremdkörper, mittlerweile ist Griezmann auf der Bank angekommen. Dass er gegen Atlético trotz Chancenarmut und einem völlig blassen Luis Suárez keine Option für Setién war, ist ein deutlicher Fingerzeig.

In Messis Schatten

Gerüchte um einen möglichen Abschied sind nur folgerichtig. Der ‚as‘ zufolge hatte man Griezmann für die nächste Saison fest eingeplant. Mittlerweile soll es aber auch Überlegungen geben, getrennte Wege zu gehen. Denn die Probleme sind grundlegend.

Selbst bei einem Trainerwechsel würde sich womöglich nicht viel ändern. Denn auch unter Vorgänger Ernesto Valverde hatte Griezmann seinen Platz im Starensemble nicht gefunden. Das Dilemma: Weltfußballer Lionel Messi besetzt genau die Räume, in denen der Franzose seine größten Stärken hat.

Die neue Herausforderung ist bislang ein persönlicher Rückschritt. Entsprechend kann man davon ausgehen, dass der langjährige Atlético-Publikumsliebling gestern mit einem weinenden Auge zur Gegner-Bank geschaut hat. Dort motivierte Diego Simeone seinen verschworenen Haufen über die komplette Spielzeit. Während sein ehemaliger Lieblingsspieler nur zuschauen durfte.

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