Ich habe die letzten Jahre hauptsächlich im Mittelfeld gespielt, und mir macht diese Position großen Spaß“, stellt Philipp Lahm gegenüber der ‚Sport Bild‘ klar. Pep Guardiola sieht dies offenbar ähnlich und plant mit Lahm in der Zentrale. Dort gab es zuletzt die Diskussion, ob Xabi Alonso und Bastian Schweinsteiger gemeinsam das Mittelfeld der Münchener organisieren können.

In Zukunft wird die Frage dann wohl lauten, wer neben Lahm spielen wird. Die hohe Meinung des Spaniers über den Weltmeister ist bekannt. „Philipp Lahm ist für mich der intelligenteste Spieler, den ich je in meiner Karriere trainiert habe. Ich bin froh, hier zu sein, nur weil ich ihn trainieren darf“, sagte Guardiola kurz nach seinem Amtsantritt.

Weiser & Rode nur Notlösungen

Mit der Versetzung ins ohnehin schon überfüllte Mittelfeld schaffen sich die Bayern allerdings eine neue Baustelle: Die Rechtsverteidiger-Position. Rafinha macht dort seit Guardiolas Ankunft einen guten Job, eine wirkliche Alternative zum Brasilianer gibt es jedoch nicht. Was passiert, wenn Rafinha und Lahm ausfallen, war Anfang der Rückrunde in Wolfsburg zu beobachten. Mitchell Weiser und Sebastian Rode versuchten sich in der jüngsten Vergangenheit. Beide Experimente waren nicht unbedingt von Erfolg gekrönt.

Neues Personal muss also her. Nach Angaben der ‚Sport Bild‘ haben die Bayern dabei drei Kandidaten im Blick. Der erste ist seit längerem bekannt und spielt derzeit beim FC Everton: Seamus Coleman. Der 26-Jährige ist dort gesetzt und besitzt noch einen Vertrag bis zum Sommer 2019. Ähnlich wie bei Leighton Baines vor einigen Jahren dürften sich Verhandlungen für die Bayern jedoch äußerst schwierig gestalten.

Kommen die Bayern zu spät?

Auch der zweiten Name auf der Liste, Danilo, kann eigentlich schon wieder gestrichen werden. Der Brasilianer wird seit geraumer Zeit von diversen europäischen Top-Klubs gejagt. Allen voran Real Madrid und der FC Barcelona sind bereit, knapp 30 Millionen Euro auf den Tisch zulegen, um den 23-Jährige unter Vertrag zu nehmen. Die ‚Königlichen‘ haben die Nase dabei vorn und stehen kurz vor einer Einigung. Die Münchner könnten zu spät kommen.

Bleibt noch die deutsche Lösung: Gonzalo Castro von Bayer Leverkusen. Der 27-Jährige ist noch bis 2016 an den Werksklub gebunden. Sollten sich Verein und Spieler nicht auf eine Verlängerung einigen können, bestünde im Sommer die letzte Möglichkeit, großes Geld für den fünfmaligen Nationalspieler zu bekommen. Der ehemalige Leverkusen-Manager Michael Reschke, aktuell Technischer Direktor bei den Bayern, kennt Castro gut und soll ein großer Fürsprecher sein.

Allerdings hatte Castro schon mehrfach deutlich gemacht, nicht mehr auf der Rechtsverteidiger-Position spielen zu wollen: „Das Thema ist vom Tisch. Ich werde diese Saison oder auch in den nächsten Jahren keinen Rechtsverteidiger mehr spielen.“ Womöglich würde Castro seine Aussage für den FC Bayern noch einmal überdenken.