VfB-Mails enthüllt: So lief der Woltemade-Poker
Der VfB Stuttgart lässt Nick Woltemade allem Anschein nach nicht zum FC Bayern ziehen. Jetzt sickert durch, wie die Verhandlungen in den vergangenen Wochen abgelaufen sind.

Ein potenzieller Wechsel von Nick Woltemade (23) zum FC Bayern war in der jüngsten Vergangenheit eines der bestimmenden Themen in der deutschen Medienlandschaft. In der aktuellen Ausgabe der ‚Sport Bild‘ kommen interessante Hintergründe zu den Verhandlungen ans Licht. Unter anderem der Mail-Verkehr zwischen dem Deutschen Meister und dem DFB-Pokalsieger wird aufgedröselt.
So soll der VfB folgendermaßen auf das erste Bayern-Angebot über 40 Millionen Euro plus fünf Millionen an Zuschlägen reagiert haben: „Vielen Dank für Ihren Vorschlag. Die Abweichung zu unseren Vorstellungen ist derart fundamental, dass wir die Chance auf eine Einigung als absolut unrealistisch bezeichnen müssen.“ Und weiter: „Aus diesem Grund möchten wir die Gespräche beenden. Wir bitten Sie darum, von weiteren Werbungsversuchen abzusehen.“
Kurz darauf stockten die Münchner ihre Offerte auf 50 Millionen und fünf Millionen Boni sowie eine zehnprozentige Weiterverkaufsbeteiligung auf. Stuttgarts Mail-Antwort: „Unser Ansatz, auf persönliche Gespräche zu verzichten, ist darin begründet, dass wir zu weit auseinanderliegen. Daran ändert auch Euer jüngstes Angebot nichts.“
Akte geschlossen?
Bayerns Vorstandsvorsitzender und federführender Verhandlungspartner Jan-Christian Dreesen sei zudem persönlich vom VfB angesprochen worden: „Wir bitten Dich, hierzu unsere Position zu respektieren.“ Dennoch soll rund einen Monat später Mitte August ein Meeting zwischen den Bundesligisten stattgefunden haben.
In diesem präsentierte der FCB eine erneut aufgebesserte Offerte über 55 Millionen Euro inklusive Provisionsverzicht der Beraterseite. Doch in Bad Cannstatt beharrt man auf ein Ablösepaket von mindestens 75 Millionen Euro, sodass ein Woltemade-Abgang von VfB-Chef Alexander Wehrle inzwischen öffentlich ausgeschlossen wurde.
Davon will man an der Säbener Straße nichts wissen und hofft weiterhin auf einen Deal noch in diesem Sommer. Um den Ligarivalen aber überhaupt an den Verhandlungstisch zu holen, bedarf es wohl einem deutlichen Entgegenkommen in puncto Ablöse.
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