Sportvorstand Robin Dutt hätte keine Probleme gehabt, etliche weitere Spieler für gutes Geld an andere Vereine abzugeben. Allen voran das Offensiv-Quintett aus Filip Kostic, Martin Harnik, Daniel Didavi, Alexandru Maxim und Daniel Ginczek stand bei Interessenten aus dem In- und Ausland hoch im Kurs. Der VfB Stuttgart blockte alle Anfragen ab und so kann Coach Alexander Zorniger eine schlagkräftige Truppe in die neue Saison schicken. Der ein oder andere Neuzugang darf zudem auf einen Stammplatz hoffen.

Tor

Sven Ulreich verabschiedete sich zum FC Bayern und so musste der VfB handeln – was aber ohnehin geplant war. Mit Przemyslaw Tyton und Mitch Langerak kamen dann gleich zwei neue Keeper an den Wasen, die sich in Zukunft um den Platz zwischen den Pfosten duellieren sollen. Hintenan steht Talent Odisseas Vlachodimos. Zum Saisonstart hat der Pole Tyton die Nase vorne, da Langerak wegen eines Muskelbündelrisses an der Oberschenkelrückseite noch ausfällt.

Abwehr

Das Sorgenkind der vergangenen Saison sorgt auch bei Neu-Trainer Zorniger für Stirnrunzeln. Schon vor Wochen forderte der Übungsleiter eine Verstärkung für die Innenverteidigung. Bislang konnte der VfB keinen Vollzug melden. Verkompliziert wird die Suche durch Antonio Rüdigers Ausfall, der den geplanten Verkauf des Nationalspielers platzen ließ. Aktuell stehen Zorniger mit Timo Baumgartl, Georg Niedermeier und Stephen Sama nur drei etatmäßige Innenverteidiger zur Verfügung. Während Erstgenannter gesetzt ist, hat Niedermeier beim VfB-Trainer kein gutes Standing. Zorniger bezeichnete den Routinier zuletzt als „Kaderspieler“. Und Sama war eigentlich für die zweite Mannschaft eingeplant. Kommt nicht bald ein neuer Mann für die Abwehrzentrale, muss sich Zorniger aber zunächst für einen der beiden entscheiden. Rüdiger steht erst in vier Wochen wieder zur Verfügung. Bleibt er aber an Bord, wird er nach seiner Pause neben Baumgartl auflaufen.

Komfortabler ist die Situation auf den Außen. Rechts wird Florian Klein auflaufen, der seinen Konkurrenten Daniel Schwaab vor allem durch seinen Offensivdrang aussticht. Links duellieren sich die Neuzugänge Emiliano Insua und Philip Heise. Adam Hlousek dürfte es schwer haben, einen Platz im Kader zu ergattern. Sobald Insua die nötige Fitness aufgebaut hat, ist der dynamische und technisch versierte Argentinier wohl gesetzt.

Mittelfeld

Mit neuem System wollen die Schwaben zurück ins Mittelfeld der Tabelle. Zorniger setzt im Mittelfeld entweder auf eine Dreierreihe plus Spielmacher oder auf zwei Sechser und zwei offensiver ausgerichtete Achter. Das Stammpersonal dürfte in beiden Fällen das gleiche sein.

Kapitän Christian Gentner ist für Zorniger ebenso unverzichtbar wie der zweikampfstarke Antreiber Serey Dié. Dahinter lauern Lukas Rupp und Carlos Gruezo auf ihre Chance. Für die offensiven Aktionen sind der pfeilschnelle Kostic und der schussgewaltige Didavi vorgesehen. Mitentscheidend für den Erfolg wird sein, ob der im vergangenen Saisonfinale bärenstarke Linksaußen Kostic mit seiner zentraleren Rolle ebenso gut zurechtkommt. Nah dran an der ersten Elf ist zudem Maxim. Denkbar also, dass Zorniger je nach Spielstand oder Gegner auch auf einen der Sechser verzichtet, um mit dem Rumänen noch mehr Offensivpower auf dem Platz zu haben.

Angriff

Die Stuttgarter werden in Zukunft mit zwei Spitzen agieren. Gesetzt ist Ginczek. Um den Platz neben dem Torjäger streiten sich Harnik, Timo Werner und Neuzugang Jan Kliment. Nicht zuletzt wegen der Unerfahrenheit der beiden Youngster wird der Österreicher Harnik zu Saisonbeginn den Vorzug erhalten. Es liegt an ihm, diesen Platz dann auch zu verteidigen.

Zornigers Wunschelf für 2015/16





Die Wunschelf von...

Pep Guardiola

Thomas Tuchel

Roger Schmidt

André Breitenreiter

Lucien Favre

Dieter Hecking

Markus Weinzierl

Viktor Skripnik