Unter André Breitenreiter musste sich Sead Kolasinac meist hinten anstellen, in dieser Saison feiert das Eigengewächs seine Renaissance. Markus Weinzierl setzt auf den physisch starken Linksverteidiger, der insbesondere nach der Leih-Verpflichtung des hoch gehandelten Abdul Rahman Baba fast abgeschrieben schien. Weinzierl aber gab dem bosnischen Nationalspieler neues Selbstvertrauen. Zudem liegt ihm das 3-5-2-System, da er mehr Absicherung hinter sich weiß und beherzter zur Sache gehen kann. Das liegt dem königsblauen Rambo, der neuerdings auch noch torgefährlich ist.

Doch so sehr man sich auf Schalke über die Leistungsexplosion des 23-Jährigen freut, so zähneknirschend betrachtet man seine Vertragssituation. Im Sommer endet Kolasinacs aktuelles Arbeitspapier bei S04. „Ich möchte gerne bleiben. Schalke ist ein großer Verein. Ich kann mir schon vorstellen, weiter hier zu bleiben“, betonte er zwar erst kürzlich gegenüber ‚RevierSport‘, seine starken Leistungen aber machen auch die Konkurrenz aufmerksam. Schließlich wäre er im Sommer ablösefrei zu haben.

Neben vermeintlichem Interesse aus England, unter anderem von Manchester City und der FC Liverpool, ist Kolasinac nach Informationen der ‚tz‘ jetzt auch ins Visier des FC Bayern München geraten. Dem Rekordmeister fehle die „Galligkeit“, weshalb man sich mit dem „ekelhaften Gegenspieler“ befasse – wie er sich selbst beschreibt. Unter Umständen könnten es die Bayern sogar schon im Winter versuchen, schreibt das Münchner Blatt.

FT-Meinung: Sportlich wäre es sicherlich nicht ratsam für Kolasinac, zu den Bayern zu gehen. Das aber wollten schon viele Spieler vor ihm nicht glauben. An David Alaba und Juan Bernat wäre für den wuchtigen Linksfuß kaum ein Vorbeikommen, zumal er fußballerisch deutlich abfällt. Verlängert der Bosnier bei Schalke aber nicht in absehbarer Zeit, werden die Anfragen zunehmen. Dann könnten die Bayern ein Schnäppchen wittern. Und wenn es nur dazu dient, das aufstrebende Schalke auszubremsen.