Transferzeugnis Union Berlin: Kruse überstrahlt alles

Seit dieser Saison sind bei Union Berlin alle Augen auf Max Kruse gerichtet – zweifellos der Toptransfer der Eisernen. Da der 32-Jährige aufgrund eines Muskelbündelrisses aber noch knapp zwei Monate ausfallen wird, richtet sich die Aufmerksamkeit bei Union nun aber erst einmal auf andere. FT wirft einen Blick auf die Köpenicker Neuverpflichtungen.

Mit Max Kruse (m.) landete Union einen Volltreffer
Mit Max Kruse (m.) landete Union einen Volltreffer ©Maxppp

Andreas Luthe (FC Augsburg/ablösefrei)

Als Ersatz für den nach Augsburg abgewanderten Rafal Gikiewicz (33) nach Berlin gekommen, präsentiert sich der 33-Jährige bisher als recht solider Rückhalt. Einer schlechten Phase gegen Eintracht Frankfurt (3:3) und Hertha BSC (1:3) glänzte Luthe unter anderem mit einer Traumparade gegen Leroy Sané (24) im Spiel gegen den FC Bayern (1:1). Dass er es außerdem schafft, sich im Torwartduell gegen Loris Karius zu behaupten, spricht für seine Qualität. FT-Note: 3.

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Loris Karius (FC Liverpool/Leihe)

Mit dem klaren Anspruch gekommen, Stammtorwart bei den Eisernen zu werden und sich für höhere Aufgaben zu empfehlen, herrscht mittlerweile Ernüchterung im Hause Karius. Mit bisher null Pflichtspieleinsätzen für Union hat der 27-Jährige seinen Stammplatz auf der Bank gefunden und konnte sich sportlich noch nicht beweisen. Sollte Luthe seine aktuelle Form beibehalten, bleibt es wohl dabei. FT-Note: 4,5.

Robin Knoche (VfL Wolfsburg/ablösefrei)

Mit dem VfL Wolfsburg konnte sich der 28-Jährige – zur Freude von Union Berlin – nicht auf die Verlängerung seines Vertrags einigen. In der Hauptstadt ist Knoche seit seinem Wechsel gesetzt, hat in dieser Saison noch keine Pflichtspielminute verpasst. Zwar liefert der Innenverteidiger nicht in jedem Spiel eine Glanzleistung ab, die Erwartungen an ihn hat er aber auf jeden Fall erfüllt. FT-Note: 2.

Nico Schlotterbeck (SC Freiburg/Leihe)

Stark in die Saison gestartet, wird der 21-jährige Junioren-Nationalspieler seit Mitte November von einer Oberschenkelverletzung ausgebremst. Auch wenn er langsam wieder das Training aufnehmen kann, kann der Innenverteidiger in diesem Jahr nicht mehr auf das Spielfeld zurückkehren. In der Rückrunde wird Schlotterbeck dann alles daran setzten, seine gute Form schnellstmöglich wiederzufinden. FT-Note: 2,5.

Nico Gießelmann (Fortuna Düsseldorf/ablösefrei)

Der 29-Jährige sollte Stamm-Linksverteidiger Christopher Lenz Konkurrenz machen. Das glückte Gießelmann bisher noch nicht. Auch deshalb stehen für den Neuzugang erst vier Einwechslungen in der Schlussphase zubuche. Gegen den VfB Stuttgart durfte sich Gießelmann erstmals als linker Part einer Dreierkette probieren und spielte ordentlich. Möglich, dass er in seiner neuen Rolle mehr Einsatzzeit bekommt. Dennoch gilt: Bisher haben sich beide Seiten mehr von dem Transfer versprochen. FT-Note: 4,5.

Sebastian Griesbeck (1. FC Heidenheim/ablösefrei)

Mit 29 Jahren hat Griesbeck im Sommer doch noch den Sprung in die Bundesliga geschafft. Bei Union angekommen, präsentiert sich der mittlerweile 30-jährige Sechser als wichtiges Kadermitglied, auch wenn er bisher meistens von der Bank kam. Wegen Unions Verletzungssorgen durfte Griesbeck zuletzt dreimal in Folge in der Startelf ran – und spielte ordentlich. Elf von zwölf möglichen Einsätzen sprechen eine deutliche Sprache und zeigen, dass Trainer Urs Fischer (54) dem Abräumer vertraut. FT-Note: 3.

Keita Endo (Yokohama F. Marinos/Leihe)

Wirklich viel von sich zeigen konnte der Japaner bisher nicht. Musste sich Endo in der ersten Saisonspielen noch an Unions Spielweise gewöhnen, verletzte er sich bei seinem Startelfdebüt gegen Arminia Bielefeld (5:0), bei dem ihm immerhin direkt ein Tor gelang. Erst gegen die Bayern konnte Endo seine Rückkehr feiern. Auch wenn es gegen den VfB dann wieder nicht für einen Einsatz reichte, zeigen seine Ansätze, dass die Zeit des 23-Jährigen bald kommen könnte. FT-Note: 3.

Marius Bülter (1.FC Magdeburg/1,5 Mio.)

Der 27-Jährige empfahl sich in der vergangenen Saison als Leihspieler für eine Festverpflichtung (32 Spiele, acht Scorerpunkte). In der neuen Spielzeit pendelt er zwischen Startelf und Ersatzbank. Bülter wurde zwar zwischendurch von einer Corona-Infektion aus der Bahn geworfen – nur ein Tor, bereits im ersten Saisonspiel gegen den FC Augsburg (1:3), ist dennoch zu wenig für den Stürmer. FT-Note: 4.

Max Kruse (Fenerbahce/ablösefrei)

Vor der Saison mit großen Erwartungen zu den Eisernen gewechselt, lässt sich mittlerweile festhalten, dass Kruse diese sogar noch übertroffen hat. Der Linksfuß war bis zu seiner Verletzung gegen Hertha BSC der Dreh- und Angelpunkt in der Offensive der Köpenicker, die er merklich auf ein neues Level hob. Mit elf Scorerpunkten (sechs Tore, fünf Assists) in zehn Spielen ist Kruse mit Abstand der gefährlichste Akteur bei Union. Umso ärgerlicher für die Berliner, dass der 32-Jährige mit einem Muskelbündelriss noch eine ganze Weile ausfallen wird. FT-Note: 1.

Cedric Teuchert (FC Schalke/2 Mio.)

Bisher der klassische Joker, der in den Schlussminuten reinkommt und nochmal für frischen Wind sorgen soll. Wegen der Verletzung von Marcus Ingvartsen kam Teuchert dann gegen Bayern zu seinem ersten längeren Saisoneinsatz und überzeugte auf ungewohnter Position im zentralen Mittelfeld. In dieser Woche durfte sich der 23-jährige Stürmer dann erstmals in der Startelf probieren – diesmal in den Halbräumen hinter der Spitze. Auch wenn Teuchert wieder ein ordentliches Spiel ablieferte, wird er sich nach der Rückkehr von Ingvartsen wohl wieder in der zweiten Reihe einordnen müssen. FT-Note: 3,5.

Joel Pohjanpalo (Bayer 04 Leverkusen/Leihe)

Der Finne sollte die Lücke im Sturmzentrum schließen, die der Wechsel von Sebastian Andersson (29) hinterlassen hat. Gelungen ist das Pohjanpalo nicht wirklich. Zum einem, weil der Stürmer bereits seit Anfang November mit einer schweren Sprunggelenksverletzung ausfällt, zum anderen aber auch, da ihn ein Fluch aus Leverkusener Zeiten weiter zu verfolgen scheint: Der 26-Jährige kann in der ersten Liga nur als Einwechselspieler treffen (zwei Tore). Sobald er in der Startelf steht, bleibt Pohjanpalo blass (null Tore). FT-Note: 4.

Taiwo Awoniyi (FC Liverpool/Leihe)

Die zweite Liverpooler Leihgabe präsentiert sich bisher als echte Verstärkung für Union. Aufgrund der verletzungsbedingten Ausfälle von Anthony Ujah (30) und Joel Pohjanpalo ist der 23-Jährige der einzig verbliebene gesunde Mittelstürmer. Mit drei Toren in den vergangenen fünf Spielen sorgt der Nigerianer seitdem dafür, dass die Ausfälle der vielen Offensivspieler nicht ganz so schwer ins Gewicht fallen. FT-Note: 2,5.

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